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Vielfalt ist Innovation

Studie belegt, wie Vielfalt Innovationen fördert


Moderne Führungskräfte sind der Ansicht, dass ein Team mit unterschiedlichen Hintergründen viele Vorteile hat.


Aber kann man beweisen, dass Vielfalt tatsächlich zu besseren Ideen und Produkten, sowie mehr Resilienz und Produktivität führt? Eine Studie von Sylvia Ann Hewlett, Melinda Marshall und Laura Sherbin, die im "Harvard Business Review" veröffentlicht wurde, zeigt klar:


Vielfältige Teams sind der Schlüssel zu mehr Innovation und Erfolg am Markt!



Daher sollten Unternehmen aktiv darauf hinarbeiten, dass ihre Führungsteams unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen repräsentieren.


In ihrer Studie, die auf einer repräsentativen Befragung von 1800 Führungskräften fußt, 40 Fallstudien und zahlreiche Interviews herbei gezogen hat, haben die Autorinnen zwei Arten von Vielfalt genauer untersucht:


1. Die inhärente Vielfalt und

2. Die erworbene Vielfalt


Inhärente Vielfalt beschreibt Eigenschaften, mit denen man geboren wird, wie z.B. Geschlecht oder Herkunft. Erworbene Vielfalt sind Erfahrungen, die man im Laufe des Lebens sammelt, zum Beispiel durch Auslandserfahrung oder Ausbildung, oder Branchenkenntnis. Unternehmen, die in ihren Führungsteams beides, also inhärente, als auch erworbene Vielfalt vereinen, werden als "2-D vielfältig" bezeichnet.


Die Ergebnisse der Studie sind eindeutig: Unternehmen mit 2-D Vielfalt sind kreativer und erfolgreicher.


Firmen, die über die 2-D-Vielfalt verfügen, berichten häufiger von wachsenden Marktanteilen und der Erschließung neuer Märkte, oder eine unkomplizierte Anpassung an externe Ereignisse, wie politische Veränderung, Krisen (Corona, Klima, geopolitische Krisen).


Diversität ist kein Selbstzweck


Leider haben die meisten Unternehmen laut der Studie noch keinen diversitätsstiftenden Führungsstil. Kulturell homogene, meist männliche Führungsteams bleiben nach wie vor der Standard. Dies führt dazu, dass nicht alle Mitarbeitenden die gleichen Chancen haben, ihre Ideen umzusetzen. Das ist nicht nur unfair, sondern lässt auch viele Markt- und Zukunftschancen ungenutzt. Teams, die die Bedürfnisse und Perspektiven verschiedener Zielgruppen besser verstehen, können diese auch besser bedienen und Probleme ganzheitlicher lösen.


Die Studie zeigt, dass 2-D Vielfalt Innovation fördert. So entstehen Umgebungen, in denen unkonventionelle Ideen schneller Gehör finden. Wenn Minderheiten eine kritische Masse bilden, dass auch Führungsteams ein hohes Maß an Diversität aufweisen, werden Unterschiede eher gewertschätzt. So erhalten alle Mitarbeitenden leichter Unterstützung für ihre Ideen und die nötigen Ressourcen zur Umsetzung.


Die Zahlen sprechen für sich:


Mitarbeitende von Unternehmen mit 2-D Vielfalt berichten


zu 45% häufiger von einem Wachstum des Marktanteils im Vergleich zum Vorjahr und

zu 70% häufiger davon, dass ihr Unternehmen einen neuen Markt erschlossen hat.


Allerdings arbeiten laut der Studie 78% der Befragten in Unternehmen, die in der Führungsebene keine 2-D Vielfalt aufweisen.


In solchen Unternehmen haben:


  • Frauen eine um 20% geringere Chance als heterosexuelle weiße Männer, dass ihre Ideen befürwortet werden.

  • Bei Menschen mit anderer Hautfarbe sind es 24% weniger

  • Bei LGBTQIAs 21% weniger.


Dies führt dazu, dass Unternehmen wichtige Marktchancen verpassen, da vielfältige Teams die Bedürfnisse in unterrepräsentierten Märkten besser verstehen können. Tatsächlich ist ein Team, in dem mindestens ein Mitglied die gleiche ethnische Zugehörigkeit wie ein Kunde hat, zu 152% wahrscheinlicher in der Lage, diesen Kunden zu verstehen.


Allerdings ist inhärente Vielfalt nur die halbe Miete. Führungskräfte benötigen auch erworbene Vielfalt, um eine Kultur zu etablieren, in der sich alle Mitarbeitenden frei fühlen, ihre Ideen beizutragen.


Es wurden sechs Verhaltensweisen gefunden, die Innovation allgemein fördern:


  1. Sicherstellen, dass jeder und jede zu Wort kommt

  2. Eine sichere Umgebung für neue Ideen schaffen

  3. Teammitgliedern Entscheidungsbefugnisse geben

  4. Erfolge gemeinsam feiern

  5. Umsetzbares Feedback geben

  6. Feedback vom Team umsetzen.


Führungskräfte, die unterschiedlichen Stimmen gleichberechtigt Gehör schenken, haben fast doppelt so oft die Chance, wertvolle Einsichten zu gewinnen. Zudem sind Mitarbeitende in einer Kultur, die offene Kommunikation fördert, laut der Studie 3,5-mal eher in der Lage, ihr volles Innovationspotenzial auszuschöpfen.


Wir sehen hier, dass Innovationsansätze wie Design Thinking aber auch agile Frameworks wie OKR diese Kultur der Zusammenarbeit bereits integriert haben. Design Thinking basiert auf der Logik multidisziplinärer und diverser Teams. OKR fördert die Autonomie von Teams.


Diese Erkenntnisse zeigen: Vielfalt ist nicht nur eine Frage der Fairness, sondern ein wichtiger Wettbewerbsvorteil und relevanter Future Skill.


Quelle: "How Diversity Can Drive Innovation" von Sylvia Ann Hewlett, Melinda Marshall und Laura Sherbin, Harvard Business Review, Dezember 2013.


 

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