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Effectuation vs. Causation: Ein ganzheitlicher Blick auf BWL vs. Entrepreneurship

Der Unterschied zwischen Effectuation und Causation einmal einfach erklärt:


Effectuation vs. Causation. Kontrast, links Schachspiel, rechts Jazzband

Studierenden in BWL-Kursen werden seit langem die Prinzipien und Werkzeuge des kausalen Denkens gelehrt – das genaue Gegenteil des effectualen Denkens, das unternehmerischen Erfolg antreibt.


Beim kausalen Denken beginnt man mit einem bestimmten Ziel und einer von Reihe benötigter Mittel, um dieses zu erreichen.


Beim effectualen Denken beginnt man nur mit einer Reihe von Mitteln, die zur Verfügung stehen (Zeit, Wissen, Netzwerk, Vertrauen, Erspartes, Eigentum); im Prozess ihrer Anwendung entstehen nach und nach Ziele.


Causation: Der vorgezeichnete Pfad


Causation ist wie der Bau eines Modellschiffs mit einer detaillierten Bauanleitung.

Kausale Denker glauben:


"Wenn ich die Zukunft vorhersagen kann, kann ich sie kontrollieren."


Dieses Denken ist fest verankert in der Vorstellung, dass Erfolg das Ergebnis von Planung, Vorhersage und der strategischen Auswahl von Ressourcen ist. Es ist die sichere, bekannte Route – doch oft genug zeigt sich, dass die Welt der Wirtschaft weitaus unvorhersehbarer ist, als wir es uns wünschen würden.


Effectuation: Die Kunst des Möglichen


Auf der anderen Seite des Spektrums steht das effectuale Denken, das uns ermutigt, mit dem zu beginnen, das wir bereits haben.


Man stelle sich einen Künstler vor, der ohne ein festes Bild im Kopf zu malen beginnt, sondern sich von den Farben und Formen leiten lässt, die sich aus dem Prozess ergeben.

Effectuale Denker halten sich an das Prinzip:


"Wenn ich die Zukunft gestalten kann, muss ich sie nicht vorhersagen."


Sie verstehen, dass Innovation und Fortschritt oft aus dem Experimentieren und dem Umgang mit dem Unvorhergesehenen entstehen.


Die Grenzen der BWL und die Weite der Effectuation


Das BWL-Studium, in seiner klassischen Form, lehrt uns, dass der kausale Weg der einzig gangbare ist – eine Annahme, die so fest verwurzelt ist, dass sie fast schon als naive Einfältigkeit erscheint. Während die Welt sich in rasantem Tempo weiterdreht, klammern sich die Lehrpläne an Methoden, und Ideologien die in einer überschaubaren, vorhersehbaren Labor-Umgebung vielleicht funktionieren, aber an der dynamischen Realität des Unternehmertums oft zerschellen.


Ein Beispiel: Die effectuale Unternehmerin


Stellen Sie sich eine Unternehmerin vor, die mit nichts als einer Handvoll Zutaten in einer Küche steht – ohne Rezept, aber mit einer Leidenschaft fürs Kochen. Anstatt nach einem bestimmten Gericht zu streben, lässt sie ihrer Kreativität freien Lauf und kombiniert die Zutaten auf neue, unerwartete Weisen.


Das Ergebnis? Ein einzigartiges Gericht, das vielleicht nie entstanden wäre, hätte sie sich strikt an ein Rezept gehalten. So wie diese Unternehmerin in der Küche, ermutigt uns das effectuale Denken, die Ressourcen, die wir haben, kreativ zu nutzen und offen für unerwartete, innovative Lösungen zu sein.


Fazit


Während die BWL uns die Grundlagen des kausalen Denkens beibringt, ist es die Welt der Effectuation, die uns die Augen für die unbegrenzten Möglichkeiten öffnet, die entstehen, wenn wir bereit sind, die Karte beiseite zu legen und unseren eigenen Weg zu navigieren.


Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir alle ein wenig mehr wie effectuale Unternehmer denken und handeln – bereit, das Unbekannte zu umarmen und die Welt nicht nur als einen Ort zu sehen, den es zu kontrollieren gilt, sondern als einen Spielplatz der Möglichkeiten.

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