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Simons Zukunftshacks

Handverlesene Tipps, Tricks, Tools – straight ins Postfach.

10+1 Prinzipien für den Wechsel vom Angestelltendasein ins Unternehmertum

Ein Leitfaden für Erst-Gründer*innen, Co-Founder und Mitunternehmerinnen


0. Neues Spielfeld – neue Denklogik

Der Schritt ins Unternehmertum ist kein Jobwechsel.

Es ist ein Wechsel des ökonomischen Systems und der inneren Logik.


Angestellte denken in:

Planbarkeit, Zuständigkeiten, Arbeitszeit, Absicherung, Erwartungsmanagement.


Unternehmer*innen denken in:

Risiko, Wirkung, Geschwindigkeit, Verantwortung, Opportunitätskosten, Navigation.


Alles, was man aus der Angestelltenwelt verinnerlicht hat, muss man aktiv neu kalibrieren, verlernen, neu lernen – sonst gerät man in gefährliche Konflikte mit seinen Erwartungen und Gewohnheiten.



1. Keine festen Zuständigkeiten


„Nicht mein Job“ existiert hier nicht.

In kleinen Unternehmen ist Verantwortung fluid. Wer etwas sieht, kümmert sich – oder organisiert, dass es passiert. Auch in Bereichen, die man nicht beherrscht.

Unternehmerlogik bedeutet: Lernen, verlernen, springen. Man hat Fokusbereiche, aber man bleibt immer accountable für das Ganze.


Angestelltenlogik: „Ich mache meinen Teil.“

Unternehmerlogik: „Ich sichere das Ganze.“


2. Die Arbeit endet nicht um 17 Uhr


Unternehmertum verlangt flexiblen Einsatz von Zeit – nicht permanente Verfügbarkeit, aber situative Präsenz. Manche Themen warten nicht bis Montag.

Feierabend und Wochenende sind weniger heilig, dafür entstehen freie Zeitfenster an anderen Stellen. Entscheidend ist das Fingerspitzengefühl für sich und das Unternehmen – nicht der Kalender.


Angestelltenlogik: Arbeitszeit = Produkt.

Unternehmerlogik: Ergebnis = Produkt.


Wer das Unternehmen wie ein 9-to-5 behandelt, wird schnell mit der Realität in Konflikt geraten.


3. Überblick und Abwägung 


Operatives (Kunden, Lager, Finanzen) und Strategisches (Planung, Entscheidungen, Prioritäten) laufen parallel. Man muss das Unternehmen immer gleichzeitig aus Frosch- und Vogelperspektive betrachten.


Ausblenden erzeugt Katastrophen. Überblick erzeugt Manövrierfähigkeit.


Frei nach Faltin:

Wer nur am Unternehmen arbeitet, schafft den ersten Schritt nicht.

Aber wer nur im Unternehmen arbeitet, schafft den zweiten Schritt nicht.


4. Selbstorganisation statt Chefstrukturen


Niemand sortiert deine Arbeit. Niemand fängt Themen für dich ab oder hält dir den Rücken frei. Niemand schafft Klarheit außer dir selbst.

Aufgaben priorisieren, Entscheidungen treffen, nachhalten, korrigieren – das ist die Kernarbeit.


Angestelltenlogik: „Mir sagt jemand, was wichtig ist.“

Unternehmerlogik: „Ich entscheide, was wichtig ist.“


5. Prioritäten folgen der Unternehmenslogik – nicht der Komfortzone


Unternehmer*innen fokussieren nicht das, was ihnen liegt, sondern das, was das Unternehmen jetzt braucht. 95 % der Unternehmensprobleme liegen außerhalb des eigenen Sweetspots. Was man nicht weiß, bringt man in Erfahrung.


6. Delegieren ist eine Kunst


Delegieren schafft Freiräume – kostet aber Geld und Kontrolle. Selbermachen spart Geld – kostet aber Zeit und Möglichkeitsräume.

Unternehmer*innen müssen diesen Tradeoff täglich bewusst ausbalancieren.


Zwei Sackgassen in Gründungen:

„Ich mache alles selbst“ → Überlastung.

„Ich gebe alles ab“ → Pleite.


Delegation heißt: wissen, was man abgibt, warum, an wen, zu welchen Kosten – und trotzdem Verantwortung und Überblick behalten.


7. Perfektion schadet


Unternehmen funktionieren mit 70–80-Prozent-Lösungen, die schnell in Iterationen verbessert werden. Perfektion frisst Zeit, bremst Entwicklung und verschlingt Ressourcen.

Perfektion schafft Starrheit. Entsprechend ist das Gegenteil von Perfektion nicht Nachlässigkeit, sondern Handlungsfähigkeit.


Angestelltenlogik: Perfekt abgeben.

Unternehmerlogik: Schnell testen, schnell lernen, schnell verbessern.


8. Arbeiten mit den verfügbaren Mitteln


Unternehmertum beginnt mit dem, was da ist – nicht mit idealen Zuständen. Zeit, Netzwerk, Fähigkeiten, Infrastruktur, Motivation: Daraus baut man Prototypen, Umsatz, Strukturen.


Angestelltenlogik: „Ich brauche XY, bevor ich anfangen kann.

Unternehmerlogik: „Ich fange an, und schaue, was sich ergibt.“


9. Kleine Schritte schlagen große Pläne


Visionen geben Richtung – aber Entwicklung entsteht durch Experimente: Prototypen, Tests, Feedbackschleifen, Pareto-Logik.

Hochglanzkonzepte funktionieren in stabilen Umfeldern. Junge Unternehmen agieren in schwer planbaren Umfeldern, die eine hohe Veränderungs- und Anpassungsbereitschaft voraussetzen. Iterationen und Pivots sind Überlebensstrategie.


10. Verantwortung teilen heißt Verantwortung tragen


Mitunternehmer*innen teilen Eigentum. Und damit eine große Verantwortung für alle anderen Mitunternehmer*innen. Man teilt Risiko, Mühe, Frust, Fehlentscheidungen. Aber auch Erfolge.

Wegducken zerstört Unternehmen. Klarheit, Transparenz und Verantwortungsübernahme stabilisiert sie.


Angestelltenlogik: „Dafür bin ich nicht zuständig.“

Unternehmerlogik: „Wenn es uns betrifft, betrifft es mich.“


11. Sicherheit gibt es nicht – nur Navigation


Unternehmertum bedeutet, Entscheidungen im Nebel treffen zu müssen. Informationen sind unvollständig, Risiken Alltag.


Das Ziel ist nicht Sicherheit. Das Ziel ist handlungsfähig bleiben, trotz Ungewissheit.

Unsicherheit auszuhalten ist unternehmerische Kernkompetenz.



Die 6 fundamentalen Unterschiede zwischen Angestellten und Unternehmer*innen im Überblick


1. Zeitlogik

Angestellte handeln mit Stunden. Ihre Zeit ist durchbezahlt: Urlaub, Krankheit, Pausen, Feiertage. Das Gehalt fließt weiter. Egal ob die Produktivität steigt oder fällt – Angestellte haben eine Einkommensflatrate.


Unternehmer*innen handeln mit Möglichkeiten. Zeit ist Risiko und Kapital. Jeder Urlaub, jede Pause kostet doppelt: entgangener Umsatz + weiterlaufende Fixkosten. Die Haltung zur Zeit wird eine andere.


2. Ressourcenlogik

Angestellte erwarten Ausstattung. Arbeitsmittel werden gestellt. Fehlende Ressourcen sind ein Organisationsproblem.


Unternehmer*innen arbeiten mit dem, was da ist. Improvise, substitute, repurpose. Warten auf perfekte Bedingungen ist gefährlich.


3. Sicherheitslogik

Angestellte arbeiten in abgesicherten Strukturen. Krankengeld, Kündigungsschutz, Rente, Arbeitsschutz, Haftungsbegrenzung. Das System schützt sie vor den meisten Folgen ihres Handelns.


Unternehmer*innen operieren im Ungewissen. Sie bauen ihre Strukturen selbst. Kein Netz, kein doppelter Boden. Jedes Risiko trifft sie direkt – finanziell wie rechtlich.


4. Kostenlogik

Angestellte tragen keine direkten Folgekosten ihrer Arbeit. Wenn etwas schiefgeht, zahlt i.d.R. die Firma – nicht die Person.


Unternehmer*innen zahlen für jede Verzögerung, jeden Fehler, jede Schleife. Liquidität, Marge, Zeit, Reputation – alles hängt an ihnen. Ressorcenbewusstsein ist kein Skill. Es ist überlebenswichtige Notwendigkeit.


5. Entscheidungslogik

Angestellte entscheiden nach Ansagen, Vorgaben, Zuständigkeiten. Klarheit entsteht von oben.


Unternehmer*innen entscheiden früh – mit Lücken – und korrigieren schnell. Geschwindigkeit schlägt Perfektion. Zögern ist oft teurer als Fehler. Fehler sind Ressourcen.


6. Verantwortungslogik

Angestellte tragen ihre Rolle, nicht die Haftung. Sie verantworten Aufgaben – aber nicht das Unternehmen.


Unternehmer*innen tragen das ganze System. Umsatz, Risiko, Team, Konsequenzen. Alles, was passiert oder nicht passiert, fällt auf sie zurück.


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