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Sei kein Zukunftsfeigling – 8 Strategien, wie du Wandel akzeptierst und Zukunftsmut entwickelst

Aktualisiert: 26. März 2023


In letzter Zeit habe ich vermehrt Phrasen gelesen wie:

„Krisengequatsche“, „Klima-Hysterie“, oder „Kriegs-Blabla“.


Mal abgesehen von diesem kaum erträglichen Zynismus vor dem Hintergrund, dass wegen all dieser globalen Phänomene kurz mal etliche Millionen Menschen ihr Leben lassen, ihre Lebensgrundlage oder ihre Familien verlieren zeigt mir das vor allem eines:


Hier sprechen Zukunftsfeiglinge.


Menschen, die nicht anpacken und nach Möglichkeiten suchen wollen, die Zukunft zu gestalten. Sondern jene, die den Status-quo in einer sich wandelnden Welt mit aller Kraft glauben verteidigen zu können. Wir haben alle mit einem Mangel an Vorstellungskraft zu kämpfen haben, welchen Beitrag wir in einer Welt von morgen leisten können. Aber daran lässt sich arbeiten.


Kurz vorweg:


Zukunftsfeigheit ist nicht Zukunftsangst! Zukunftsangst haben wir möglicherweise alle irgendwie, sind doch manche Geschehnisse derzeit mehr als bedrohlich. Angst ist eine natürliche Emotion, die als Reaktion auf eine wahrgenommene Bedrohung oder Gefahr auftritt. Sie ist ein grundlegender Überlebensmechanismus, der Menschen und Tieren hilft, auf potenziell gefährliche Situationen zu reagieren. Angst ist eine normale und oft adaptive Reaktion, die uns in bestimmten Situationen schützen kann. Etwa indem sie bestimmte Körperfunktionen aktiviert, die helfen, mit der Gefahr umzugehen.

Feigheit hingegen bezieht sich eher auf eine Charaktereigenschaft oder ein Verhaltensmuster, bei dem ein Mensch wiederholt Entscheidungen trifft oder Handlungen vermeidet, weil sie sich nicht den Herausforderungen oder Schwierigkeiten stellen möchte.

Feigheit kann sich in verschiedenen Formen zeigen, beispielsweise durch das Vermeiden von Verantwortung, das Nicht-Eintreten für die eigenen Überzeugungen oder das Scheitern, in schwierigen Situationen Maßnahmen zu ergreifen.


Im Gegensatz zur Angst ist Feigheit tendenziell weniger situationsabhängig und eher ein Muster der Vermeidung und des Rückzugs in Angesicht von Herausforderungen.

Stelle dir folgende Fragen:

  • Neigst du dazu, globale Herausforderungen wie den Klimawandel, oder geopolitische Konflikte als "Hysterie" abzutun oder sie zu ignorieren?

  • Suchst und akzeptierst du hauptsächlich Informationen, die deinen bestehenden Überzeugungen entsprechen und ignorierst widersprüchliche Informationen?

  • Leugnest oder bagatellisierst du wissenschaftliche Erkenntnisse über globale Herausforderungen?

  • Fühlst du dich von Veränderungen bedroht und versuchst, den Status-quo aufrechtzuerhalten?

  • Bist du entweder fatalistisch optimistisch ("alles wird gut") oder fatalistisch pessimistisch ("alles ist verloren") und glaubst, dass individuelle Anstrengungen zur Veränderung nutzlos sind?

  • Tust du das Infragestellen des Status-quo schnell als "Ideologie" ab und neigst dazu, neue Ideen oder Vorschläge als "Diktatur", "Verbot", oder "Wahn" zu diskreditieren?

  • Verwendest Begriffe wie "Klima-Hysterie“ oder "Krisen-Gequatsche"?

  • Argumentierst du nach wie vor mit "Arbeitsplätzen", die "geschützt" werden müssen, obwohl wir einen dramatischen Fachkräftemangel haben?"


Wenn du einige dieser Fragen mit Ja beantworten konntest, dann bist du höchstwahrscheinlich ein Zukunftsfeigling.


Aber keine Sorge: damit bist du nicht allein und es gibt Abhilfe!


Zukunftsfeigheit entsteht u.a. durch:


  • Psychologische Mechanismen wie Kognitive Dissonanz, Verdrängung oder Bestätigungsfehler. Sie können dazu führen, dass Menschen unangenehme Informationen über globale Herausforderungen vermeiden und den Status-quo aufrecht erhalten wollen, statt zu handeln und in ungewisses Terrain vorzudringen.

  • Sozioökonomische Faktoren, Finanzielle/individuelle Interessen, Mangel an Vorstellungskraft und den Wunsch nach Stabilität. Das kann dazu führen, dass Menschen den Status-quo verteidigen wollen und zukunftsfeige sind.

Von der Zukunftsfeigheit zum Zukunftsmut – 8 Strategien, die dir helfen, vom Zukunftsfeigling zum Zukunftsgestalter zu werden.


  1. Werde Possibilist: Entwickle die Fähigkeit, die verschiedenen Möglichkeiten und Potenziale der Zukunft zu erkennen und aktiv nach Möglichkeiten zu suchen, um eine positive Veränderung herbeizuführen und habe ein freudvolles Verhältnis zur Realität.

  2. Hinterfrage deine eigenen Glaubenssätze und Ideologien: Sei offen dafür, deine Annahmen und Überzeugungen zu hinterfragen, und entwickle eine konstruktiv-kritische Denkweise, um besser informierte Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Die simple Logik "if you're wrong, admit it!" kann dir helfen, Ideologien zu überwinden.

  3. Pflege einen gesunden Bezug zur Wissenschaft: Achte auf wissenschaftliche Erkenntnisse und Fakten, und sei bereit, dein Verständnis der Welt und der globalen Herausforderungen auf der Grundlage neuer Informationen immer wieder anzupassen und zu schärfen.

  4. Wende das "Pilot in the Plane"-Prinzip an: Betrachte dich selbst als aktive Gestalterin, als aktiven Gestalter deiner Zukunft, anstatt dich als passive Beobachter*in der Umstände zu sehen. Übernimm Verantwortung für dein Leben und dein Handeln, um aktiv an der Gestaltung der Zukunft teilzunehmen.

  5. Verfolge ein Leitbild und bleib dabei flexibel: Lass dich von einer langfristigen Vision leiten und sei offen für Veränderungen. Nutze vorhandene Ressourcen und deine natürliche Kreativität, um die Zukunft aktiv und anpassungsfähig zu gestalten.

  6. Vernetze dich: Suche nach Gruppen und Organisationen, die sich für die Lösung globaler Herausforderungen einsetzen, und beteilige dich aktiv an Diskussionen, Projekten und Initiativen, die eine positive Veränderung fördern. Suche bewusst nach Menschen, die sich in anderen Lebenssituation befinden als du – jünger sind, älter sind, ein anderes Geschlecht haben, andere Berufe haben, woanders aufgewachsen sind, als du.

  7. Versetze dich in andere: Versuche, die Perspektiven und Bedenken anderer Menschen besser zu verstehen, und arbeite gemeinsam mit ihnen an Lösungen, um globale Herausforderungen ko-kreativ zu bewältigen.

  8. Lerne, mit Unsicherheit und Veränderung umzugehen: Akzeptiere, dass die Zukunft ungewiss ist und dass Veränderung unvermeidlich ist. Entwickle die Fähigkeit, flexibel auf neue Situationen zu reagieren und aus Fehlern und Rückschlägen zu lernen.


Wenn du diese acht Prinzipien beherzigst, kannst du deine Zukunftsfeigheit überwinden und statt die Zukunft zu ignorieren, sie proaktiv mitgestalten. Somit gehört die Zukunft ein Stück weit auch dir und du kannst das Beste aus ihr machen.


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1 comentario

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Invitado
26 mar 2023
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Mega Text. Danke! Hat mich sehr zum Nachdenken gebracht.

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