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Simons Zukunftshacks

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100 Warm-ups für Workshops, Seminare und Gruppen: Die ultimative Sammlung mit Anleitung

  • Autorenbild: Simon Steiner
    Simon Steiner
  • 4. März 2025
  • 52 Min. Lesezeit

Tools for Tomorrow · zuletzt aktualisiert: April 2026


Warum Warm-ups in Workshops, Seminaren und Meetings den Unterschied machen


Auch wenn manche bei dem Wort die Augen verdrehen: gut gewählte Warm-ups sind in Workshops, Seminaren, Meetings und Innovationsprozessen kein Beiwerk. Sie führen die Gruppe ins Thema, machen die Köpfe frei und können die Prinzipien einer Phase – etwa in Design Thinking, Effectuation oder klassischer Teamentwicklung – schon in der Übung selbst spürbar machen.


Diese Sammlung enthält 100 Warm-ups und Aufwärmspiele für Workshops, Seminare, Meetings und Teamsitzungen, sortiert nach Ziel: vom klassischen Icebreaker zum Kennenlernen über Teambuilding-Übungen für Zusammenarbeit, Kreativitäts-Warm-ups für Ideenfindung, Energizer für Aktivierung bis hin zu Fokus-, Empathie- und Cool-Down-Übungen für den Workshop-Abschluss. Jedes Warm-up kommt mit kurzer Wirkungsbeschreibung, Schritt-für-Schritt-Anleitung und den wichtigsten Metadaten – Dauer, Gruppengröße, Modus (Präsenz, Online oder beides) und Material.

Wer es eilig hat, springt direkt zur passenden Kategorie oder zum Warm-up nach Anlass. Wer es richtig machen will, liest zuerst kurz, was ein gutes Warm-up leistet und wie man es auswählt – das spart später viel Reibung.


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Inhalt



Was ein gutes Warm-up im Workshop leistet


Ein Warm-up ist ein kurzer, klar abgegrenzter Übergang zwischen Alltag und Arbeitsraum. Im Workshop, im Seminar und im Meeting erfüllt es drei Aufgaben:


Aufmerksamkeit herstellen. Die Gruppe muss mental hier ankommen, nicht in der Mailinbox bleiben. Ohne diesen Schritt zieht sich die Hauptphase – vor allem die ersten 20 Minuten.


Offenheit erzeugen. Workshops und Seminare leben davon, dass die Teilnehmenden sich trauen, etwas zu sagen, etwas zu wagen, etwas auszuprobieren. Ein Warm-up senkt die Hemmschwelle, ohne es persönlich werden zu lassen.


Auf die nächste Phase einstimmen. Ein Warm-up vor einer Empathie-Phase sieht anders aus als eines vor einer Ideation. Wer das richtige Warm-up für die Gruppe wählt, bringt sie in den Modus, den die nächste Phase ohnehin braucht – und spart sich später Aufholarbeit.

Die einfache Formel: ein gutes Warm-up macht den Workshop kürzer, nicht länger.


Häufige Fehler bei Warm-ups in Workshops und Meetings


Vier typische Fehler tauchen in Workshops und Meetings immer wieder auf:


1. Falsches Warm-up für die Phase. Ein Bewegungsspiel vor einer Reflexion sortiert die Gruppe in den falschen Modus. Vor stiller, konzentrierter Arbeit eignen sich Fokus-Übungen, vor Ideation kreative Warm-ups, vor Konfliktklärung empathische Übungen.


2. Keine Rahmung. Wenn die Teilnehmenden nicht wissen, warum gerade dieses Warm-up jetzt dran ist, erleben sie es als Spielchen. Drei Sätze Kontext genügen: Was die Übung bewirken soll, was im Anschluss kommt, was es konkret bedeutet, wenn jemand nicht mitmachen möchte.


3. Zu früh zu viel Exposition. Bei fremden Gruppen sind körperliche Übungen, intime Fragen oder Pantomime der falsche Anfang. Warm-up-Spiele lassen sich auf einer Skala von „minimal exponiert" (eine Zahl, ein Wort, eine Farbe) bis „stark exponiert" (Rolle spielen, vor der Gruppe zeichnen) sortieren. Die Gruppe arbeitet sich von unten nach oben durch.


4. Kein Debrief. Nach Warm-ups, die eine Dynamik erzeugt haben, lohnen sich zwei bis drei Minuten Reflexion: Was ist passiert? Was hat überrascht? Was lässt sich daraus für die nächste Phase übernehmen? Ohne Debrief verpufft die Wirkung.


Wie du das richtige Warm-up für deine Gruppe auswählst


Sechs Fragen helfen, in unter einer Minute eine sinnvolle Warm-up-Auswahl zu treffen:


  1. Was soll das Warm-up bewirken? – Ankommen, Aktivieren, Verbinden, Fokussieren, Öffnen, Abschließen?

  2. Wie gut kennt sich die Gruppe? – Fremde brauchen niedrige Expositions-Stufen, eingespielte Teams vertragen mehr.

  3. Wie groß ist die Gruppe? – Manche Übungen funktionieren erst ab 6 Personen, andere werden ab 20 unübersichtlich. Für große Gruppen über 30 Personen gibt es eigene Warm-up-Spiele.

  4. Wie viel Zeit steht realistisch zur Verfügung? – Inklusive Erklärung und Debrief. Für kurze Warm-ups reichen 3–5 Minuten, für Tagesworkshops sind 15–25 Minuten realistisch.

  5. Präsenz, Online oder Hybrid? – Nicht jede Übung lässt sich auf Zoom oder in Miro spielen.

  6. Passt es zur nächsten Phase? – Bringt das Warm-up den Modus, der gleich gebraucht wird?


Wer diese sechs Fragen vor jedem Workshop kurz durchgeht, entsorgt rund die Hälfte der Optionen automatisch. Bei den verbleibenden entscheidet das Bauchgefühl.


Warm-up nach Anlass: Workshop, Meeting, Teamsitzung, Seminar


Warm-ups sind nicht für alle Settings gleich. Hier die typischen Anlässe und welche Übungen aus dieser Sammlung dafür besonders gut passen:

Warm-up für Workshop-Start (Präsenz): Wertschätzungskreis, Line Up, Zwei Wahrheiten eine Lüge, Check-in. Niedrige Hürde, schnelles Kennenlernen, Gruppe kommt an.

Warm-up für Meetings und Teamsitzungen: Check-in mit einem Wort, Stimmungsbarometer, Ein-Minuten-Ankommen. Kurz, ohne Material, in jeder Sitzungsphase einsetzbar.

Warm-up nach der Mittagspause: Ninja, Obstsalat, Touch Something Blue, Tiger Samurai Grandma. Energizer, die das Nachmittagstief kippen.

Warm-up vor Ideenphasen und Brainstorming: 30 Circles, Ja und (statt Ja aber), Squiggle Birds, Ich bin ein Baum. Trainieren divergentes Denken vor Ideation.

Warm-up vor Entscheidungen und Reflexion: Minute to arrive, 1-2-3, Geh-Meditation. Fahren die Energie runter, schärfen die Konzentration.

Warm-up für Online-Meetings und Remote-Workshops: Ein-Wort-Check-in, Wo ist…?, Collage „Wer bist du?", Wäre es nicht toll, wenn… Funktionieren über Zoom, Teams und Miro.

Warm-up für Seminare und Erwachsenenbildung: Wertschätzungskreis, Hashtag, Konsens-Countdown, Debrief Circle. Erwachsenen-tauglich, ohne peinliche Spiel-Elemente.

Warm-up für Workshops mit großen Gruppen (ab 20 Personen): Line Up, Bingo, Alle die…, Obstsalat. Funktionieren auch jenseits der typischen Workshop-Größe.

Warm-up für die Pädagogik (Schule, Hochschule): Two Truths One Lie, Pantomimisches Vorstellen, Stop & Go, Brief an mich. Adaptierbar für Jugendgruppen und Studierende.

Cool-Down zum Workshop-Abschluss: Debrief Circle, Brief an mich, Tschüss-Rakete. Sichern den Transfer in den Alltag.


Was tun, wenn Teilnehmende beim Warm-up nicht mitmachen


Widerstand kommt vor und ist meist eine Information, kein Problem. Drei Grundregeln für den Umgang mit Verweiger:innen im Warm-up:


Niemanden zwingen. Wer mitmacht, weil er muss, zerstört genau das, was die Übung herstellen soll – Vertrauen und Offenheit. Stattdessen vorab klar kommunizieren: Zuschauen ist erlaubt, ein kurzes Briefing nach der Übung sorgt dafür, dass niemand außen vor bleibt.

Den Widerstand ernst nehmen. Müdigkeit, Scham, ein berechtigter Einwand gegen das Format – meistens steckt etwas Konkretes dahinter. Nach der Übung kurz das Einzelgespräch suchen, nicht vor der Gruppe konfrontieren.

Bei wiederholtem Widerstand mehrerer Teilnehmender selbst prüfen. Wenn drei oder mehr Personen aussteigen, stimmt entweder die Auswahl nicht (zu viel Körperlichkeit, zu früh zu persönlich) oder die Rahmung war zu dünn. Beides lässt sich für die nächste Übung korrigieren.


Warm-ups online: Übungen für Zoom, Teams und hybride Workshops


Online-Workshops und virtuelle Meetings brauchen Warm-ups dringender als Präsenz-Formate. In Präsenz sorgt schon der gemeinsame Raum für ein Stück Ankommen – Kaffee am Tisch, kurze Gespräche im Halbkreis. Online fehlt all das. Wer dort ohne Warm-up startet, beginnt die Hauptphase mit zehn Personen, von denen die Hälfte parallel Slack liest.

Gleichzeitig fallen viele klassische Warm-ups weg: körperliche Bewegungsspiele, Gruppendynamik-Übungen mit Berührung, alles, was Raum braucht. Was bleibt, sind Online-Warm-ups über Kamera, Chat, Whiteboard oder Breakout-Räume.

Bewährte Warm-up-Spiele für Online-Workshops aus dieser Sammlung:


  • Ein-Wort-Check-in – Reihum ein Wort zum eigenen Zustand. Zwei Minuten, klare Wirkung.

  • Wo ist…? – In der Galerieansicht nach einem Merkmal suchen (etwas Grünes, eine Pflanze im Hintergrund). Zwingt die Gruppe, einander wirklich anzuschauen.

  • Collage „Wer bist du?" – In Miro oder FigJam eine schnelle visuelle Selbstvorstellung mit drei Bildern.

  • Wäre es nicht toll, wenn… – Sätze gemeinsam weiterdenken, perfekt für den Einstieg in eine Online-Ideation.

📥 Online-Workshop in Vorbereitung? 12 erprobte Online-Warm-ups mit Zoom-, Teams-, Miro- und FigJam-Varianten → [Online-Warm-up-Liste als PDF herunterladen]

Die große Warm-up-Sammlung: 100 Übungen für Workshops, Seminare und Meetings


100 Warm-ups, sortiert nach Ziel. Jeder Eintrag mit Wirkung, Schritt-für-Schritt-Anleitung und Metadaten zum Scannen.

Legende: ⏱ Dauer · 👥 Gruppengröße · 📍 Modus · 🔧 Material


Icebreaker für Workshops: 26 Warm-ups zum Kennenlernen und Ankommen


Icebreaker sind die niedrigschwelligste Warm-up-Kategorie. Die Hürde ist klein, die Wirkung verlässlich: die Gruppe kommt an, Namen werden verankert, erste Gemeinsamkeiten sichtbar. Diese Icebreaker für Workshops eignen sich für den Workshop-Start, die erste Session am Tag, Seminare mit Erwachsenen und gemischte Gruppen, die sich noch nicht kennen.


1. Wertschätzungskreis


Wirkung: Macht zu Beginn sichtbar, dass die Gruppe selbst die Ressourcen für den Workshop mitbringt. Wer einmal benannt hat, was er beitragen kann, traut sich später leichter, das auch zu tun.


Ablauf:

  1. Alle stellen oder setzen sich in einen Kreis.

  2. Person A nennt eine Eigenschaft an sich selbst, die im Workshop nützlich sein könnte – „Ich kann gut zuhören", „Ich denke gern in Bildern", „Ich verliere selten den Faden".

  3. Die Person rechts daneben ergänzt eine Eigenschaft an Person A, die sie an ihr schätzt oder vermutet.

  4. Dann ist Person B mit dem eigenen Beitrag dran, und so weiter durch den Kreis.

  5. Kurzer Debrief: Was ist aufgefallen? Welche Stärken in der Gruppe waren überraschend?


Tipp: Übertriebenes Lob ausdrücklich nicht erwünscht. Ehrliche Mini-Beobachtungen wirken stärker als Floskeln.

⏱ 10–15 Min · 👥 6–20 · 📍 Beides · 🔧 Keins


2. Line Up


Wirkung: Nonverbale Übung, die in wenigen Minuten Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Gruppe sichtbar macht. Bringt nebenbei Bewegung in den Raum und löst die übliche Sitzordnung auf. Funktioniert auch in großen Gruppen ab 20 Personen.


Ablauf:

  1. Eine Linie im Raum festlegen (von Wand zu Wand) und ein Kriterium nennen, z. B. Anreiseweg in Kilometern.

  2. Die Gruppe ordnet sich auf der Linie an – ohne zu sprechen, nur über Gesten und Nicken.

  3. Wenn alle stehen, abfragen, ob die Reihenfolge stimmt, ggf. korrigieren.

  4. Zwei bis drei weitere Kriterien durchgehen: Berufsjahre, Geburtsmonat, Anzahl gehaltener Workshops, Größe.

  5. Beim letzten Kriterium kurz quer durch die Linie laufen lassen, um die Aufstellung aufzulösen.


Tipp: Fürs Online-Setting funktioniert die Übung über einen Slider in Miro oder einem Umfrage-Tool – Teilnehmende ziehen ihren Punkt auf eine Skala.

⏱ 5–10 Min · 👥 8–40 · 📍 Beides (online via Slider) · 🔧 Platz im Raum


3. Zwei Wahrheiten, eine Lüge


Wirkung: Senkt die Hemmschwelle für persönliche Inhalte, ohne dass es wirklich persönlich werden muss. Bringt überraschende Seiten zum Vorschein und sorgt fast immer für Lachen. Klassiker unter den Warm-ups für Erwachsene.


Ablauf:

  1. Jede Person überlegt sich drei Aussagen über sich selbst – zwei wahre, eine erfundene. Zwei bis drei Minuten Vorbereitungszeit reichen.

  2. Person A trägt ihre drei Aussagen vor.

  3. Die Gruppe rät, welche Aussage erfunden ist – per Handzeichen, Daumen oder Chat.

  4. Person A löst auf und kommentiert kurz die wahren Aussagen, wenn sie mag.

  5. Reihum, bis alle dran waren.


Tipp: Bei Gruppen über zehn Personen in Kleingruppen mit je vier bis fünf Teilnehmenden aufteilen, sonst zieht es sich.

⏱ 15–25 Min · 👥 4–15 · 📍 Beides · 🔧 Keins


4. Heads Up

Wirkung: Klassisches Pantomime-Ratespiel, das in wenigen Minuten Lockerheit erzeugt und die Gruppe ins Beobachten bringt. Funktioniert auch bei Gruppen, die sich noch nicht trauen, viel zu reden.


Ablauf:

  1. Eine Person bekommt einen Begriff zugewiesen (geheim, z. B. auf einer Karte oder in der Smartphone-App „Heads Up").

  2. Die Person hält den Begriff über den Kopf, sieht ihn selbst nicht.

  3. Die Gruppe stellt den Begriff pantomimisch dar – kein Reden.

  4. Die ratende Person versucht, den Begriff in einer festgelegten Zeit (z. B. 60 Sekunden) zu erraten.

  5. Pro Runde wechselt die ratende Person.


Tipp: Begriffe vorher dem Workshop-Thema anpassen – z. B. Methoden, Werkzeuge, typische Phasen aus der Hauptphase.

⏱ 10–15 Min · 👥 6–20 · 📍 Präsenz · 🔧 Begriffskarten oder App


5. Ich bringe mit…


Wirkung: Vorstellungsrunde, die mehr liefert als Name und Rolle. Macht sichtbar, was jede Person zur Gruppe beiträgt – als Eigenschaft, Erwartung oder symbolischer Gegenstand.


Ablauf:

  1. Im Kreis aufstellen oder am Tisch sitzen.

  2. Aufgabe: „Stell dich kurz vor und sage einen Satz, der mit ‚Ich bringe mit…' beginnt." Beispiel: „Ich bringe mit: Neugier auf das Thema."

  3. Variante mit Gegenstand: Vor dem Workshop bitten, einen Gegenstand mitzubringen, der etwas über einen erzählt. Reihum kurz vorstellen.

  4. Keine Diskussion, nur zuhören.

  5. Nach der Runde optional: Welche Gemeinsamkeiten sind aufgefallen?


Tipp: Der Gegenstands-Variante Zeit geben (5 Tage Vorlauf in der Einladung), sonst kommen alle ohne. Online funktioniert die Übung gut, weil jede Person eh in ihrem privaten Raum sitzt.

⏱ 10–20 Min · 👥 4–20 · 📍 Beides · 🔧 Optional: Gegenstände der Teilnehmenden


6. Bingo / Kennenlern-Bingo


Wirkung: Spielerisches Vernetzungs-Warm-up, das die Gruppe in Bewegung bringt und Gemeinsamkeiten sichtbar macht. Ideal für Workshops mit Teilnehmenden, die sich noch nicht kennen, oder für Veranstaltungen mit Vernetzungs-Ziel.


Ablauf:

  1. Bingo-Vorlage austeilen: 4×4 oder 5×5-Raster mit Aussagen wie „hat schon mal einen Workshop moderiert", „spricht drei Sprachen", „war heute Morgen joggen".

  2. Aufgabe: Für jedes Feld eine Person finden, auf die die Aussage zutrifft, und ihren Namen eintragen. Eine Person darf maximal in zwei Feldern stehen.

  3. Wer als erstes eine Reihe oder Spalte voll hat, ruft „Bingo!".

  4. Spiel kurz auflösen: Welche Aussagen waren am schwersten zu finden?

  5. Optional: Komplette Karte voll.


Tipp: Aussagen vorher zum Workshop-Thema anpassen. Ein Personalentwicklungs-Workshop hat andere Bingo-Felder als ein Innovations-Sprint.

⏱ 10–15 Min · 👥 8–30 · 📍 Beides (online über Miro-Template) · 🔧 Bingo-Vorlage, Stifte


7. Alter Ego


Wirkung: Bringt die Gruppe in einen spielerischen Modus und löst die Schwere der eigenen Rolle. Wer in eine fremde Identität schlüpft, traut sich oft mehr – das nutzt jede folgende Phase.


Ablauf:

  1. Karten vorbereiten mit Rollen (Pirat, Detektivin, Kapitän:in, Journalist:in, Comic-Held:in).

  2. Jede Person zieht eine Karte und beantwortet drei Fragen aus dieser Rolle: „Wer bin ich? Was kann ich? Was suche ich?"

  3. Reihum vorstellen, in der angenommenen Rolle.

  4. Optional: Gruppe rät die Rolle bevor sie genannt wird.

  5. Debrief: Wie hat sich der Perspektivwechsel angefühlt?


Tipp: Rollen passend zum Workshop wählen. Im Innovations-Workshop funktioniert „Erfinder:in im 19. Jahrhundert" besser als „Comic-Held:in".

⏱ 15–20 Min · 👥 6–20 · 📍 Beides · 🔧 Rollenkarten


8. Silly Walk


Wirkung: Ein kurzer, körperlicher Energie-Schub mit garantiertem Lacher. Die bewusste Albernheit senkt die Hemmschwelle für alles, was danach kommt.


Ablauf:

  1. Alle bewegen sich frei im Raum, normales Tempo.

  2. Ansage: „Ab jetzt geht ihr nicht mehr normal – sondern in einer Gangart eurer Wahl. Je alberner, desto besser. Inspiration: Monty Pythons Ministry of Silly Walks."

  3. Nach 30 Sekunden Wechsel: neue Gangart.

  4. Drei bis vier Wechsel.

  5. Letzte Ansage: „Findet zurück zu eurer normalen Gangart."


Tipp: Selbst albern vormachen – die Gruppe folgt nur, wenn die Moderation den ersten Schritt geht. Funktioniert ab Session 2, nicht als Allererstes mit Fremden.

⏱ 3–5 Min · 👥 Beliebig · 📍 Präsenz · 🔧 Platz im Raum


9. Fünf Dinge


Wirkung: Schnelles Brainstorming-Warm-up, das den inneren Zensor abhängt. Wer fünf Dinge in 30 Sekunden nennen muss, hat keine Zeit zu zensieren.


Ablauf:

  1. Person A bekommt eine Kategorie zugerufen: „Fünf Dinge, die du mit einem Schuh machen kannst, außer ihn anziehen."

  2. Person A nennt fünf Dinge in 30 Sekunden – ohne Pause.

  3. Gruppe zählt mit. Bei Pause oder Wiederholung: weiter geht's, kein Drama.

  4. Nächste Person, neue Kategorie.

  5. Optional: Kategorien werden absurder.


Tipp: Kategorien vorbereiten, sonst stockt es. Beispielliste: „Fünf Dinge, die du dem Mond beibringen würdest", „Fünf Dinge, die in einem Büro nicht mehr existieren sollten".

⏱ 5–10 Min · 👥 4–15 · 📍 Beides · 🔧 Kategorienliste


10. When you grow old


Wirkung: Erzähl-Warm-up, das den Blick weitet. Die Teilnehmenden denken eine andere Person in eine ferne Zukunft – ein leichter Perspektivwechsel, der nebenbei viel über Werte verrät.


Ablauf:

  1. Paare bilden, einander gegenübersitzen.

  2. Aufgabe: Person A erzählt zwei Minuten, wie Person B mit 90 Jahren leben wird – wo, mit wem, was sie tun wird.

  3. Person B hört zu, ohne zu kommentieren.

  4. Rollentausch: B erzählt über A.

  5. Kurzer Plenums-Debrief: Was hat überrascht? Was wurde projiziert?


Tipp: Frei erfinden ist ausdrücklich erwünscht – die Übung ist kein Persönlichkeitstest. Wenn jemand das Format nicht mag, kann er sich „mit 70" statt „mit 90" wählen.

⏱ 10–15 Min · 👥 Paare · 📍 Beides · 🔧 Keins


11. Artists only


Wirkung: Kreatives Vorstellungs-Warm-up mit Stift. Die Aufgabe, sich gegenseitig zu zeichnen, bricht das Eis und produziert verlässlich Lacher – fast niemand kann gut zeichnen, das ist der Punkt.


Ablauf:

  1. Paare bilden, einander gegenübersitzen.

  2. Material austeilen: A4-Blatt, Stift.

  3. Aufgabe: In zwei Minuten ein Porträt der gegenüberliegenden Person zeichnen. Anschauen erlaubt, Korrigieren nicht.

  4. Bilder austauschen, kurz kommentieren.

  5. Optional: Bilder an die Wand hängen, Gruppe rät, wer wer ist.


Tipp: Variante mit verbundenen Augen oder ohne aufs Blatt zu schauen funktioniert noch besser – siehe „Blindes Zeichnen" (Teambuilding).

⏱ 8–12 Min · 👥 Paare · 📍 Präsenz · 🔧 Papier, Stifte


12. Hashtag (Variante: 3 Hashtags)


Wirkung: Schnelle Selbstvorstellung, die nicht in Lebenslauf-Sprache abrutscht. Hashtags zwingen zur Verdichtung – wer sich auf zwei oder drei Schlagworte reduzieren muss, sagt mehr Wesentliches als in einem ganzen Absatz.


Ablauf:

  1. Aufgabe: „Beschreibe dich in zwei Hashtags, die jetzt gerade auf dich zutreffen." (Variante: drei Hashtags)

  2. Eine Minute Bedenkzeit.

  3. Reihum vorstellen, jede Person nennt ihre Hashtags und einen Satz dazu.

  4. Optional: Im Online-Workshop in den Chat posten und kurz vorlesen.

  5. Kurzer Plenums-Blick: Welche Hashtags wiederholen sich? Welche überraschen?


Tipp: Variante 3 Hashtags eignet sich, wenn die Gruppe sich besser kennenlernen soll. Variante 2 Hashtags ist die schnelle Sitzungs-Version für Meetings und Teamsitzungen.

⏱ 8–12 Min · 👥 6–25 · 📍 Beides · 🔧 Optional: Stifte, Karten


13. Rückenpost


Wirkung: Anonymes Wertschätzungs-Warm-up. Jede Person bekommt am Rücken Notizen, die andere ihr hinterlassen – das Ergebnis am Ende ist erstaunlich oft ein Mini-Schatz.


Ablauf:

  1. Allen ein A4-Blatt mit Klebeband am Rücken befestigen.

  2. Stifte verteilen.

  3. Aufgabe: „Schreibt einander Mini-Botschaften auf den Rücken – Wertschätzung, eine Frage, ein Gruß, eine Beobachtung."

  4. 10 Minuten Mingle-Phase, in der alle bei allen schreiben.

  5. Am Ende Blätter abnehmen und in Ruhe lesen.


Tipp: Vorher klare Spielregel: keine spöttischen Notizen. Ein einziger böser Satz versaut die Übung.

⏱ 15 Min · 👥 8–25 · 📍 Präsenz · 🔧 A4-Blätter, Klebeband, Stifte


14. Instant Talk


Wirkung: Spontane Vorstellung anhand eines zufälligen Gegenstands. Erzwingt schnelles Assoziieren und macht die Vorstellungsrunde gleichzeitig zu einer kleinen Improvisationsübung.


Ablauf:

  1. Aufgabe: „Greift in eure Tasche oder schaut euch um. Sucht euch einen Gegenstand und erklärt anhand davon, wer ihr seid."

  2. Eine Minute Suchzeit.

  3. Reihum vorstellen, je 30–60 Sekunden pro Person.

  4. Keine Diskussion, nur zuhören und nicken.

  5. Optional: Anschließend Gegenstände in die Mitte legen und gemeinsam betrachten.


Tipp: Online besonders charmant, weil jede Person etwas anderes im Hintergrund hat. Auch Schlüsselbund, Tasse, Buch im Regal funktionieren.

⏱ 8–12 Min · 👥 4–15 · 📍 Beides · 🔧 Keins


15. Power Geste


Wirkung: Körperlich verankertes Vorstellungs-Warm-up. Eine Geste, die zur eigenen Person passt, bleibt der Gruppe hängen – und nebenbei testet die Übung, wie viel Albernheit erlaubt ist.


Ablauf:

  1. Aufgabe: „Findet eine Geste oder Pose, die zu euch passt."

  2. 30 Sekunden Bedenkzeit.

  3. Reihum: Jede Person nennt ihren Namen und macht ihre Power-Geste.

  4. Die Gruppe macht die Geste einmal nach – als Begrüßung.

  5. Optional: Bei mehrtägigen Workshops am nächsten Tag wiederholen, jede Person erinnert sich an ihre Geste.


Tipp: Die Moderation startet mit einer leicht übertriebenen Geste, das macht den anderen Mut.

⏱ 5–10 Min · 👥 6–20 · 📍 Beides · 🔧 Keins


16. Design a Name Tag


Wirkung: Macht aus dem üblichen langweiligen Namensschild ein Mini-Profil. Beim Vorstellen kommt jede Person in Bewegung, und die Schilder bleiben für den restlichen Workshop sichtbar.


Ablauf:

  1. Material austeilen: leeres Namensschild oder A6-Karte, Stifte.

  2. Aufgabe: Drei Felder gestalten – „Name", „Eine Sache, die ich gut kann", „Eine Sache, die ich vom Workshop erwarte". Kreativ, mit Symbolen, Farben.

  3. 7 Minuten Gestaltungszeit.

  4. Reihum kurze Vorstellung anhand der eigenen Karte.

  5. Schilder anstecken, sichtbar tragen.


Tipp: Online funktioniert die Übung in Miro – jede Person bekommt ein Sticky-Note-Feld als Vorlage und gestaltet darin ihr digitales Name Tag.

⏱ 15–20 Min · 👥 6–25 · 📍 Beides · 🔧 Namensschilder/Karten, Stifte (Online: Miro-Template)


17. Pantomimisches Vorstellen


Wirkung: Ohne Worte sich vorstellen heißt: anders denken. Die Gruppe muss raten, was Hobby, Beruf oder Herkunft sein könnte – das schafft Aufmerksamkeit und Lacher.


Ablauf:

  1. Reihum stellt jede Person ihren Beruf oder ein Hobby pantomimisch dar – ohne Sprache, ohne Geräusche.

  2. Die Gruppe rät, max. 30 Sekunden.

  3. Auflösung mit einem Satz Erklärung.

  4. Nächste Person.

  5. Optional: Statt Beruf eine Aussage über sich („mein letzter Urlaub", „meine Lieblingstätigkeit am Wochenende").


Tipp: Funktioniert in Präsenz besser als online – die Pantomime-Wirkung über die Kamera ist begrenzt.

⏱ 10–15 Min · 👥 6–15 · 📍 Präsenz · 🔧 Keins


18. Check-in

Wirkung: Der unaufwendigste Klassiker und gleichzeitig einer der wichtigsten Warm-ups überhaupt. Macht die Stimmung in der Gruppe sichtbar und gibt allen Raum, kurz im Workshop anzukommen.


Ablauf:

  1. Eine Frage in den Raum geben: „Wie geht es dir, in einem Wort?" oder „Mit welchem Wetter beschreibst du gerade deinen Zustand?"

  2. Reihum antworten – ein Wort oder ein Satz reicht.

  3. Keine Rückfragen, keine Diskussion.

  4. Optional: Skala 1–10 für die eigene Energie.

  5. Moderation hört aktiv zu, nutzt das Gehörte für die Tagesanpassung.


Tipp: Die Frage ist der Hebel. „Wie geht's?" produziert „gut, danke". „Welche Farbe hat dein Vormittag?" produziert echte Antworten.

⏱ 5–10 Min · 👥 4–25 · 📍 Beides · 🔧 Keins


19. Traumberuf


Wirkung: Bringt eine persönliche Note in die Vorstellungsrunde, ohne dass es privat werden muss. Der Kindheits-Traumberuf erzählt oft mehr über Werte und Antrieb als der aktuelle Lebenslauf.


Ablauf:

  1. Aufgabe: „Was wolltest du als Kind werden? Und warum?"

  2. Eine Minute Bedenkzeit.

  3. Reihum vorstellen.

  4. Optional: Welcher Anteil dieses Traumberufs ist heute in deinem Tun spürbar?

  5. Kurzer Plenums-Blick: Welche Muster?


Tipp: Funktioniert auch in Online-Meetings hervorragend, weil die Erinnerung an die Kindheit das eigene Setting (Wohnzimmer, Küche) unwichtig macht.

⏱ 10–15 Min · 👥 6–20 · 📍 Beides · 🔧 Keins


20. Superpower und Kryptonit


Wirkung: Selbstreflexion in Comic-Sprache. Was sind meine Stärken, was zieht mich runter? Die Übung macht beides ausdrückbar, ohne in HR-Sprech abzurutschen.


Ablauf:

  1. Aufgabe: „Nenne eine Superpower, die du im Job einbringst, und ein Kryptonit, das dich schwächt."

  2. Drei Minuten Notizzeit.

  3. Reihum vorstellen.

  4. Keine Diskussion, nur zuhören.

  5. Optional: Im Anschluss Paare bilden, die Kryptonite kompensieren – wer kann wen ergänzen?


Tipp: Superpower kann witzig sein („Ich finde verlorene Sachen sofort"), das nimmt der Übung den Bewerbungs-Beigeschmack.

⏱ 15–20 Min · 👥 6–20 · 📍 Beides · 🔧 Optional Karten


21. Ein-Wort-Geschichte


Wirkung: Trainiert Zuhören und gemeinsames Denken. Eine Geschichte, bei der jede Person nur ein Wort beiträgt, kann nicht geplant werden – sie entsteht im Moment.


Ablauf:

  1. Im Kreis aufstellen oder am Tisch sitzen.

  2. Aufgabe: Eine Geschichte gemeinsam erzählen. Person A startet mit einem Wort, Person B fügt ein Wort hinzu, Person C ein weiteres.

  3. Reihum, ohne Pause, ohne längere Beratung.

  4. Wenn ein Satz endet, beginnt der nächste mit der nächsten Person.

  5. Nach 5–8 Minuten oder einer „runden" Story stoppen.


Tipp: Optional Anfangswort vorgeben („Plötzlich…", „Niemand hatte erwartet…").

⏱ 5–10 Min · 👥 6–15 · 📍 Beides · 🔧 Keins


22. Workshop-Stimmungsbarometer


Wirkung: Macht die Stimmung der Gruppe in 30 Sekunden visuell sichtbar. Ideal für lange Workshops, bei denen die Energie zwischen Vormittag und Nachmittag kippt – oder als Check-in/Check-out.


Ablauf:

  1. Eine Skala an die Wand kleben oder am Whiteboard ziehen: links „niedrige Energie", rechts „hohe Energie". Optional zweite Skala: „angespannt – entspannt".

  2. Jede Person markiert ihre Position mit einem Punkt oder Sticky.

  3. Kurzer Blick auf die Verteilung.

  4. Optional: Frage, was es bräuchte, um den Schnitt zu verbessern.

  5. Gerne mehrfach am Tag wiederholen.

Tipp: Online funktioniert die Übung über ein Miro-Board oder ein simples Mentimeter-Voting.

⏱ 5 Min · 👥 6–40 · 📍 Beides · 🔧 Skala (Wand oder digital), Stifte/Punkte


23. Blitzlicht


Wirkung: Schneller Stimmungsabgriff in Sätzen. Jede Person sagt einen Satz zu einer Frage – kurz, ohne Diskussion. Das Blitzlicht ist der schnellste Weg, Stimmungen oder offene Punkte sichtbar zu machen.


Ablauf:

  1. Eine offene Frage in den Raum geben: „Was beschäftigt mich gerade?", „Was nehme ich aus dem Vormittag mit?", „Was brauche ich für die nächste Phase?".

  2. Reihum: Jede Person sagt einen Satz, mehr nicht.

  3. Keine Rückfragen, keine Diskussion.

  4. Moderation moderiert nicht – nur hören.

  5. Optional: Punkte am Whiteboard mitschreiben.


Tipp: Wenn die Antworten zu lang werden, kurz erinnern: „ein Satz". Die Knappheit ist der Sinn.

⏱ 5–10 Min · 👥 6–20 · 📍 Beides · 🔧 Keins


24. Wo ist…?


Wirkung: Online-Icebreaker für die Galerieansicht. Zwingt die Gruppe, einander wirklich anzuschauen – etwas, das in Online-Meetings selten passiert. Erzeugt schnell Verbindung trotz Distanz.


Ablauf:

  1. Alle Kameras an, Galerieansicht aktiv.

  2. Aufgabe: „Sucht eine Person, die etwas Grünes anhat / eine Pflanze im Hintergrund hat / am wachsten aussieht / heute schon draußen war."

  3. Kurz reagieren – Daumen hoch zur passenden Person.

  4. 3–5 Suchaufgaben durchgehen.

  5. Optional: Letzte Aufgabe – „Sucht jemanden, mit dem ihr heute noch nicht gesprochen habt."


Tipp: Funktioniert ab 6 Personen, optimal bei 8–15. Bei mehr als 20 wird die Galerie unübersichtlich.

⏱ 5–8 Min · 👥 6–20 · 📍 Online · 🔧 Videokonferenz mit Galerieansicht


25. Speed-Dating Workshop-Variante


Wirkung: Vernetzungs-Warm-up, das in kurzer Zeit jede Person mit mehreren anderen ins Gespräch bringt. Besonders gut für Konferenzen, Netzwerk-Workshops und Workshop-Auftakte mit Fremden.


Ablauf:

  1. Paare bilden, einander gegenübersitzen.

  2. Aufgabe: Eine Frage wird gestellt („Was machst du beruflich? Was ist dein aktuelles Lieblingsproblem?").

  3. Drei Minuten gegenseitiger Austausch.

  4. Wechsel: Linke Reihe rückt einen Platz nach rechts.

  5. Neue Frage, neue drei Minuten. Insgesamt 4–6 Runden.


Tipp: Fragen vorbereiten und sichtbar zeigen, sonst geht in der Hektik die Tiefe verloren. Online über Breakout-Räume mit zufälliger Zuordnung.

⏱ 20–30 Min · 👥 8–30 · 📍 Beides · 🔧 Fragenliste sichtbar


26. Emoji-Check-in


Wirkung: Schneller, niedrigschwelliger Online-Check-in. Ein Emoji im Chat reicht, um die Stimmung in der Gruppe sichtbar zu machen – ideal als Mini-Warm-up für virtuelle Meetings und Teamsitzungen.


Ablauf:

  1. Anweisung: „Postet ein Emoji in den Chat, das eure aktuelle Stimmung beschreibt."

  2. Allen 30 Sekunden Zeit.

  3. Moderation liest die Emojis kurz vor und kommentiert die Verteilung.

  4. Optional: „Pickt euch ein Emoji einer anderen Person und stellt eine kurze Rückfrage."

  5. Direkter Übergang in die Hauptphase.


Tipp: Bei eingespielten Teams reicht das Emoji ohne Erklärung. Bei neuen Gruppen 1–2 Emojis kommentieren lassen, sonst bleibt es zu anonym.

⏱ 3–5 Min · 👥 4–25 · 📍 Online · 🔧 Chat-Funktion


Teambuilding-Warm-ups: 25 Übungen für Zusammenarbeit und Vertrauen


Teambuilding-Warm-ups stellen eine Aufgabe, die nur gemeinsam zu lösen ist. Die Gruppe sieht in Echtzeit, wie sie kommuniziert, wer führt, wer zögert, wer vorprescht. Diese Warm-up-Übungen für Teambuilding wirken stark, brauchen aber ein Mindestmaß an Vertrauen – sie gehören eher in die zweite Session als an den allerersten Anfang. Klassische Einsatzfelder: Team-Workshops, Kick-offs nach Reorganisationen, Onboarding-Phasen.


1. Gordischer Knoten (Human Knot)


Wirkung: Macht in wenigen Minuten erfahrbar, wie eine Gruppe ein scheinbar verworrenes Problem in koordinierte Bewegung übersetzt. Auch ein Scheitern liefert wertvollen Stoff für den Debrief: Wann hat die Gruppe aufgegeben? Wer hat versucht, die Führung zu übernehmen?


Ablauf:

  1. Alle stellen sich im Kreis dicht aneinander, Schultern berühren sich.

  2. Jede Person streckt die rechte Hand aus und greift die rechte Hand einer beliebigen anderen Person – nicht der direkten Nachbarin oder des Nachbarn.

  3. Mit der linken Hand das gleiche – wieder eine andere Person greifen.

  4. Aufgabe: ohne Hände loszulassen den Knoten so entwirren, dass am Ende ein offener Kreis entsteht. Stehen, beugen, übersteigen ist erlaubt.

  5. Zeitlimit von 8–10 Minuten ansetzen. Wenn der Kreis nicht zustande kommt, ist das Teil der Erkenntnis.

  6. Debrief: Wie wurde kommuniziert? Wer hat die Führung übernommen? Was hätte schneller geholfen?


Tipp: Bei mehr als 12 Personen in zwei parallele Kreise aufteilen – sonst wird der Knoten zu komplex und die Frustration überlagert die Lerneffekte.

⏱ 10–15 Min · 👥 6–16 · 📍 Präsenz · 🔧 Keins


2. Spaghetti-Turm (Marshmallow Challenge)


Wirkung: Klassischer Einstieg in Prototyping-Denken. Tom Wujecs Untersuchung der Übung zeigt, dass Kindergartenkinder MBA-Absolvent:innen verlässlich schlagen – weil sie früh und oft testen, statt lange zu planen. Damit ist die Marshmallow Challenge gleichzeitig Teambuilding-Warm-up und Lehrstück.


Ablauf:

  1. Material an jedes Team verteilen: 20 trockene Spaghetti, 1 m Klebeband, 1 m Schnur, 1 Marshmallow.

  2. Aufgabe erklären: Den höchsten freistehenden Turm bauen, der das Marshmallow oben tragen kann. Zeit: 18 Minuten.

  3. Während des Bauens nicht eingreifen, nur die Restzeit ansagen.

  4. Nach Ablauf der Zeit: Türme nicht mehr berühren, Höhen messen.

  5. Debrief: Wer hat geplant, wer hat sofort getestet? Wann ist das Marshmallow das erste Mal raufgekommen? Was würde das Team beim zweiten Versuch anders machen?


Tipp: Direkt nach dem Debrief lohnt es sich, kurz Tom Wujecs TED-Talk zu zitieren – die Aussage „Kindergartenkinder schlagen MBAs" wirkt mit Daten noch stärker und überträgt sich gut auf die Hauptphase.

⏱ 25–30 Min · 👥 3–5 pro Team, beliebig viele Teams · 📍 Präsenz · 🔧 Spaghetti, Tape, Schnur, Marshmallows pro Team


3. Konsens-Countdown


Wirkung: Macht implizite Gruppenregeln in Sekunden sichtbar. Die Gruppe muss sich abstimmen, ohne zu sprechen – und merkt schnell, ob sie aufeinander achtet oder aneinander vorbei agiert. Eines der besten kurzen Warm-ups für Teamsitzungen.


Ablauf:

  1. Alle stehen oder sitzen im Kreis.

  2. Aufgabe: Die Gruppe zählt gemeinsam laut von 20 rückwärts auf 0 – ohne festgelegte Reihenfolge.

  3. Wenn zwei oder mehr Personen gleichzeitig sprechen, beginnt die Gruppe wieder bei 20.

  4. Reihenfolgen wie „im Uhrzeigersinn" sind nicht erlaubt – das Spiel lebt vom spontanen Zusammenspiel.

  5. Wenn die Gruppe es schafft: kurzer Debrief, was sich verändert hat.


Tipp: Wenn nach drei, vier Anläufen kein Erfolg in Sicht ist, ist das auch eine wertvolle Erkenntnis – nicht erzwingen.

⏱ 5–10 Min · 👥 6–20 · 📍 Beides (online über Mikrofon-Bedingung verschärft) · 🔧 Keins


4. Roboter Walk


Wirkung: Vertrauensübung in zwei Rollen: führen und geführt werden. Die Gruppe merkt schnell, wie viel Verantwortung beide Rollen tragen – die führende für Sicherheit, die geführte für Hingabe.


Ablauf:

  1. Paare bilden. Person A ist Roboter, Person B Steuermensch.

  2. Roboter schließt die Augen oder bekommt eine Augenbinde.

  3. Steuermensch führt den Roboter nonverbal durch den Raum: Tippen auf rechte Schulter = nach rechts, linke Schulter = nach links, Tippen auf den Kopf = stopp.

  4. 3 Minuten lang.

  5. Rollentausch, gleiche Regeln. Anschließend kurzer Debrief: Wie war Vertrauen? Wann wurde es schwer?


Tipp: Vorab klare Sicherheitsansage: Hindernisse im Raum vorher entfernen, Tempo niedrig halten. Die Übung kippt sofort, wenn jemand stolpert.

⏱ 10–15 Min · 👥 Paare · 📍 Präsenz · 🔧 Optional Augenbinden


5. Titanic


Wirkung: Klassische Teambuilding-Challenge, die schnell zeigt, wer mitdenkt, wer führt und

wer abwartet. Die abnehmende Spielfläche erzeugt Druck – und macht Gruppendynamik in Echtzeit sichtbar.


Ablauf:

  1. Material: Eine große Zeitungsdoppelseite pro Team auf dem Boden auslegen.

  2. Aufgabe: Das ganze Team muss auf der Zeitung Platz finden – kein Fuß daneben.

  3. Wenn das geklappt hat: Zeitung in der Hälfte falten, neue Runde.

  4. Weiter falten, bis es körperlich nicht mehr geht oder das Team aufgibt.

  5. Debrief: Wer hatte die Idee? Wer hat angepackt? Wer wurde gehoben?


Tipp: Bei Bedenken zur körperlichen Nähe vorab klar sagen: Mitmachen freiwillig, Zuschauen erlaubt. Wenn jemand nicht möchte, ist das Team eben kleiner – auch das funktioniert.

⏱ 10–15 Min · 👥 4–8 pro Team · 📍 Präsenz · 🔧 Zeitungen


6. Team-Regeln


Wirkung: Der Klassiker für den Workshop-Auftakt. Statt „die Regeln" von der Moderation aufgedrückt zu bekommen, definiert die Gruppe sie selbst – und fühlt sich danach für die Einhaltung verantwortlich.


Ablauf:

  1. Frage in den Raum: „Was brauchen wir, damit dieser Workshop für uns alle gut wird?"

  2. Stille Phase: 3 Minuten, jede Person notiert 3 Vorschläge auf Sticky-Notes.

  3. Sammeln am Whiteboard, Cluster bilden.

  4. Diskussion: Welche 5 Regeln wollen wir gemeinsam tragen?

  5. Regeln sichtbar aufhängen, sichtbar lassen während des gesamten Workshops.


Tipp: Die Regeln müssen tatsächlich genutzt werden – wenn die Gruppe sich später nicht daran hält und niemand erinnert, war die Übung Zeitverschwendung.

⏱ 15–20 Min · 👥 4–25 · 📍 Beides · 🔧 Sticky-Notes, Whiteboard


7. Human Machine


Wirkung: Lebendige Maschine als Teamübung. Die Gruppe baut aus Bewegungen und Geräuschen eine Maschine – das schult schnelles Andocken aneinander und macht sichtbar, wer eher initiativ und wer eher reaktiv ist.


Ablauf:

  1. Eine Person stellt sich in die Mitte und beginnt eine repetitive Bewegung mit einem Geräusch (z. B. Arme heben + „Wuusch").

  2. Die nächste Person dockt an, fügt eine eigene Bewegung mit Geräusch hinzu, die sich mit der ersten verbindet.

  3. So nacheinander, bis alle Teil der Maschine sind.

  4. Die Maschine läuft 30 Sekunden lang im vollen Modus.

  5. Optional: Auf Kommando „schneller!" / „langsamer!" / „kaputt!" reagieren.


Tipp: Erste Person muss Mut haben. Moderation kann selbst starten oder eine extrovertiertere Person bitten.

⏱ 10–15 Min · 👥 6–15 · 📍 Präsenz · 🔧 Keins


8. Turn Walk Jump Dash


Wirkung: Bewegungsspiel mit Rollenwechsel und Reaktionsschulung. Funktioniert gut als Energizer oder als Übergang zwischen zwei kognitiven Phasen.


Ablauf:

  1. Vier Begriffe definieren: Turn (drehen), Walk (gehen), Jump (springen), Dash (sprinten).

  2. Alle bewegen sich frei im Raum.

  3. Moderation ruft einen Begriff – alle führen die Aktion aus.

  4. Variante: Begriffe vertauschen – „Walk" heißt jetzt „Dash" und umgekehrt. Das Gehirn muss umstellen.

  5. 3–4 Minuten reichen.


Tipp: Mit der Vertauschung erst arbeiten, wenn die einfache Version sicher sitzt – sonst ist es nur chaotisch.

⏱ 5 Min · 👥 6–25 · 📍 Präsenz · 🔧 Platz im Raum


Hinweis: spezifische Variante aus Tonhauser, 66+1 Warm-ups – Ablauf hier in einer typischen Bewegungsspiel-Logik formuliert. Wenn die Original-Variante davon abweicht, gerne anpassen.

9. Credo-Scrabble


Wirkung: Identitäts-Übung in Buchstaben. Aus den Anfangsbuchstaben der eigenen Vornamen entsteht ein gemeinsames Motto – das verankert die Gruppe schnell und produziert nebenbei einen Aufhänger für den restlichen Workshop.


Ablauf:

  1. Alle Vornamen der Gruppe im Plenum sammeln, Anfangsbuchstaben aufschreiben.

  2. Aufgabe: Aus diesen Buchstaben ein Motto, einen Satz oder einen Slogan bilden.

  3. Kleingruppen á 3–5 Personen arbeiten 10 Minuten.

  4. Jede Gruppe stellt ihren Vorschlag vor.

  5. Plenum entscheidet (Punktekleben), welches Motto die Gruppe annimmt.


Tipp: Funktioniert in mehrtägigen Workshops besonders gut – das Motto wird zum Running Gag und Identifikationsanker.

⏱ 20–25 Min · 👥 6–20 · 📍 Beides · 🔧 Whiteboard, Stifte

Hinweis: spezifische Übung aus Tonhauser, 66+1 Warm-ups – Konzept hier eigenständig formuliert.

10. Wir gründen ein Unternehmen


Wirkung: Sehr schnelles Teambuilding über eine fiktive Firma. Die Gruppe muss in Kurzzeit Stärken bündeln, eine Idee finden und sie verkaufen – das macht alle Beteiligten zu Mitgestaltern.


Ablauf:

  1. Kleingruppen á 4–6 Personen.

  2. Aufgabe: „Ihr gründet jetzt zusammen ein Unternehmen. In 20 Minuten habt ihr: einen Namen, ein Produkt oder Dienstleistung, einen Slogan, eine Aufgabenverteilung."

  3. Zwischendurch keine Eingriffe.

  4. Pitch: Jede Gruppe stellt ihr Unternehmen in 90 Sekunden vor.

  5. Optional: Plenum vergibt fiktive Investitions-Punkte.


Tipp: Die Idee muss nicht ernst gemeint sein – im Gegenteil. „Unternehmen für ferngesteuerte Tauben" produziert oft mehr Teamgeist als ernsthafte Vorschläge.

⏱ 25–30 Min · 👥 4–6 pro Team · 📍 Beides · 🔧 Stifte, Flipchart oder Miro-Board


11. Stretching-Kreis


Wirkung: Körperliche Lockerung mit gleichzeitig leichter Vertrauensbildung. Die Gruppe macht zusammen einfache Dehnübungen – kein Yoga, kein Esoterik-Beigeschmack, einfach Körperarbeit.


Ablauf:

  1. Im Kreis aufstellen, Schulterbreite Abstand.

  2. Eine Person beginnt mit einer Dehnübung (Schultern kreisen, Arme strecken, Kopf neigen).

  3. Alle machen mit, 20–30 Sekunden lang.

  4. Nächste Person zeigt eine andere Dehnübung.

  5. Reihum, bis 5–6 Übungen durch sind.


Tipp: Funktioniert online mit Kacheln, in denen alle gleichzeitig sichtbar sind. Auch nach langen Sitzungen ein guter Reset.

⏱ 5–8 Min · 👥 4–25 · 📍 Beides · 🔧 Keins


12. Egg-Fall (Egg Drop Challenge)


Wirkung: Klassische Konstruktions-Challenge. Teams bauen eine Schutzkonstruktion für ein rohes Ei – das Ei soll einen Sturz aus 2 Metern überleben. Schult Prototyping, Iteration und Pragmatismus.


Ablauf:

  1. Material pro Team: 1 rohes Ei, 1 Bogen Papier, 1 m Klebeband, 5 Strohhalme, 1 Plastiktüte. (Variieren erlaubt.)

  2. Aufgabe: In 15 Minuten eine Schutzkonstruktion bauen.

  3. Test: Jede Konstruktion wird aus 2 m Höhe fallengelassen.

  4. Wer das Ei rettet, gewinnt.

  5. Debrief: Welche Strategien haben funktioniert? Welche Annahmen haben gestimmt, welche nicht?


Tipp: Ein Plastikboden oder Müllsack als Auffangfläche schützt den Workshop-Raum. Eine Notfall-Eigelb-Putztruppe vorher festlegen.

⏱ 25–30 Min · 👥 3–5 pro Team · 📍 Präsenz · 🔧 Eier, Papier, Tape, Strohhalme, Tüten, Höhe (Stuhl, Tisch)


13. Balkenteam


Wirkung: Übung für Koordination auf engem Raum. Eine Gruppe steht auf einem Balken oder einer Linie und muss sich nach einem Kriterium sortieren – ohne den Balken zu verlassen.


Ablauf:

  1. Eine schmale Linie auf dem Boden markieren (Tape) oder eine Holzbohle auslegen.

  2. Alle stellen sich in zufälliger Reihenfolge darauf.

  3. Aufgabe: Sortiert euch nach Geburtstag, ohne die Linie zu verlassen. Wer den Boden berührt, geht zurück an den Anfang.

  4. Mehrere Sortier-Runden mit unterschiedlichen Kriterien (Alter, Anreiseweg, Berufsjahre).

  5. Debrief: Wer hat geführt? Wer hat geholfen? Wer hat den Boden zuerst berührt – und warum?


Tipp: Nur für Gruppen, in denen körperliche Nähe ok ist – die Übung verlangt unweigerlich Berühren und Aneinander-Vorbei-Schieben.

⏱ 10–15 Min · 👥 6–15 · 📍 Präsenz · 🔧 Tape oder Holzbohle


14. Zum Boden


Wirkung: Konzentrations- und Koordinations-Übung mit einem leichten Stab. Die Gruppe versucht, einen Stab gemeinsam langsam zum Boden zu senken – funktioniert nie sofort und bringt verlässlich Lacher.


Ablauf:

  1. Material: Ein leichter Stab (Zeltstange, Bambusrohr) pro Gruppe.

  2. Alle stellen sich gegenüber, jede Person legt den Zeigefinger unter den Stab. Aufgabe: Stab muss durchgängig auf allen Fingern liegen.

  3. Aufgabe: Den Stab gemeinsam zum Boden senken – ohne dass jemand den Kontakt verliert.

  4. Achtung: Der Stab steigt fast immer erst, weil alle leicht nach oben drücken. Genau das ist der Witz.

  5. Debrief: Wann hat es geklappt? Was musste passieren?


Tipp: Die Übung funktioniert physisch verlässlich – der Stab steigt immer zuerst. Das macht den Aha-Moment.

⏱ 8–12 Min · 👥 6–10 · 📍 Präsenz · 🔧 Leichter Stab


15. Zahlen formen


Wirkung: Körperliche Kooperationsübung. Die Gruppe stellt mit den eigenen Körpern Zahlen oder Buchstaben dar – das zwingt zur Abstimmung ohne lange Diskussion.


Ablauf:

  1. Aufgabe: „Stellt die Zahl 7 mit euren Körpern dar – aus der Vogelperspektive sichtbar."

  2. Gruppe organisiert sich, ohne klare Vorgabe von außen.

  3. Wenn fertig: Foto von oben (Stuhl, Treppe).

  4. Nächste Aufgabe: ein Buchstabe, ein Wort, eine Zahl.

  5. Debrief nach 3–4 Aufgaben: Wer hat führend organisiert? Was lief flüssig, was nicht?

Tipp: Online-Variante: in Miro mit Kacheln Buchstaben oder Zahlen zusammensetzen.

⏱ 10–15 Min · 👥 8–25 · 📍 Beides · 🔧 Optional Kamera für Foto


16. Blindes Zeichnen


Wirkung: Vertrauens- und Wahrnehmungs-Übung. Wer das Gegenüber zeichnen muss, ohne aufs Blatt zu schauen, produziert ein Bild, das fast immer komisch ist – das löst und verbindet gleichzeitig.


Ablauf:

  1. Paare bilden, einander gegenübersitzen.

  2. Material: A4-Blatt, Stift.

  3. Aufgabe: In 60 Sekunden das Gesicht des Gegenübers zeichnen, ohne aufs Blatt zu schauen. Stift bleibt durchgängig auf dem Papier (eine Linie).

  4. Bilder austauschen.

  5. Bilder an die Wand hängen, die Gruppe rät, wer wen gezeichnet hat.


Tipp: Die Bilder vorab schon humorvoll ankündigen – „Sie werden alle sehr ähnlich sein und keiner sieht aus wie er selbst" – nimmt den Druck.

⏱ 8–12 Min · 👥 Paare · 📍 Präsenz · 🔧 Papier, Stifte


17. Schere-Stein-Papier-Turnier


Wirkung: Energizer mit eingebautem Fan-Effekt. Wer verliert, schließt sich der Gruppe der Gewinner:innen an und feuert sie an – am Ende jubelt die ganze Gruppe einer einzigen Person zu. Garantiert gute Stimmung.


Ablauf:

  1. Alle suchen sich eine Gegnerin oder einen Gegner.

  2. Eine Runde Schere-Stein-Papier (Best of 1).

  3. Wer verliert, wird Fan-Club der Gewinner:in. Folgt ihr und feuert sie laut an.

  4. Gewinner:innen suchen einander und treten erneut an. Fan-Clubs vereinen sich.

  5. Bis am Ende eine Person mit allen anderen als Fan-Club übrig bleibt.


Tipp: Das laute Anfeuern ist der Hebel – ruhige Gruppen brauchen einen Schubs („Lauter! Skandiert ihre Namen!"). Funktioniert in 5–8 Minuten zuverlässig.

⏱ 5–10 Min · 👥 8–40 · 📍 Präsenz · 🔧 Keins


18. Papierflieger


Wirkung: Nonverbale Kommunikations-Übung. Paare bauen mit nur einer Hand pro Person zusammen einen Papierflieger – das zwingt zu Abstimmung ohne Worte.


Ablauf:

  1. Paare bilden, je ein A4-Blatt.

  2. Regel: Jede Person darf nur eine Hand benutzen. Reden ist nicht erlaubt.

  3. Aufgabe: Gemeinsam einen Papierflieger bauen.

  4. Wenn fertig: Test, wie weit der Flieger fliegt.

  5. Debrief: Wie lief Koordination ohne Worte? Wer hat geführt?


Tipp: Das Reden-Verbot ist der entscheidende Hebel. Wenn die Gruppe es bricht, kurz erinnern.

⏱ 8–12 Min · 👥 Paare · 📍 Präsenz · 🔧 A4-Blätter


19. Porträtspiel


Wirkung: Gegenseitiges Zeichnen ohne aufs Blatt zu schauen, in einer Gruppen-Variante mit Wechseln. Die Bilder werden absurder, je mehr Hände beteiligt sind – das produziert verlässlich Lachen und löst Spannungen.


Ablauf:

  1. Alle setzen sich im Kreis, jede Person hat ein leeres Blatt vor sich mit dem eigenen Namen oben.

  2. Blätter rotieren im Kreis.

  3. Auf jedem Blatt zeichnet die jeweils nächste Person ein Detail des Gesichts der namens-tragenden Person, ohne aufs Blatt zu schauen (Augen, Nase, Mund nacheinander).

  4. Nach mehreren Rotationen ist jedes Bild fertig.

  5. Bilder zurückgeben, gemeinsam ansehen.


Tipp: Vorher kurz festlegen, in welcher Reihenfolge die Gesichtsteile gezeichnet werden, sonst entsteht Chaos.

⏱ 10–15 Min · 👥 6–12 · 📍 Präsenz · 🔧 Blätter, Stifte


20. Alle, die…


Wirkung: Bewegungs- und Vernetzungs-Warm-up. In Sekunden wird sichtbar, wer welche Erfahrungen mitbringt – und nebenbei wechselt die Sitzordnung mehrfach.


Ablauf:

  1. Stuhlkreis, einer weniger als Personen. Eine Person steht in der Mitte.

  2. Die Person in der Mitte sagt: „Alle, die heute schon Kaffee getrunken haben, wechseln den Platz." Alle, auf die das zutrifft, stehen auf und tauschen Stühle.

  3. Die Person aus der Mitte versucht, sich einen Stuhl zu schnappen.

  4. Wer übrig bleibt, ruft die nächste „Alle, die…"-Aussage.

  5. 5–7 Runden.

Tipp: Aussagen können banal („wer Schwarz trägt") oder spezifisch zum Workshop sein („wer schon mal einen Workshop versemmelt hat") – je näher am Thema, desto besser für den Übergang.

⏱ 5–10 Min · 👥 8–25 · 📍 Präsenz · 🔧 Stühle (einer weniger als Personen)


21. Finde einen Gegenstand


Wirkung: Online-Bewegungs-Warm-up. Die Teilnehmenden suchen in ihrer Umgebung einen Gegenstand mit bestimmten Eigenschaften und zeigen ihn in die Kamera – schafft Bewegung und einen Blick in die Lebenswelt der anderen.

Ablauf:

  1. Aufgabe: „Ihr habt 60 Sekunden, um einen Gegenstand zu finden, der rund / aus Holz / euer ältester Besitz / euch glücklich macht ist."

  2. Alle laufen kurz ab, suchen, kommen zurück.

  3. Reihum kurz vorzeigen, einen Satz dazu sagen.

  4. 2–3 Suchaufgaben durchgehen.

  5. Letzte Aufgabe optional: „Findet einen Gegenstand, der etwas mit dem heutigen Workshop-Thema zu tun hat."

Tipp: Funktioniert online besonders gut, weil jede Person eh in ihrem Lebensraum ist. In Präsenz mit „findet etwas im Raum, das…" abwandeln.

⏱ 8–12 Min · 👥 6–25 · 📍 Online (Präsenz mit Anpassung) · 🔧 Keins


22. Cup Stack


Wirkung: Konstruktions-Energizer mit Geschwindigkeits-Effekt. Teams stapeln Becher zu einer Pyramide und wieder ab – schult Synchronisation und produziert Lacher, weil es immer chaotischer wird.


Ablauf:

  1. Material pro Team: 10 Plastikbecher und ein Gummiband mit 4 Schnüren daran (jede Schnur in einer Hand einer Person).

  2. Aufgabe: Mit dem Gummiband (das durch Ziehen geöffnet und durch Loslassen geschlossen wird) jeweils einen Becher greifen und zu einer Pyramide stapeln.

  3. Hände dürfen die Becher nicht direkt berühren.

  4. Wer als erstes 4-3-2-1-Pyramide steht, gewinnt.

  5. Variante: Pyramide wieder abbauen, gewonnen hat, wer die Becher als erstes wieder gestapelt im Ausgangsstapel hat.


Tipp: Setup vorbereiten: Gummibänder mit Schnüren vor dem Workshop fertigmachen, sonst geht die Hälfte der Zeit für Material drauf.

⏱ 15–20 Min · 👥 4 pro Team · 📍 Präsenz · 🔧 Plastikbecher, Gummibänder, Schnüre


23. Stiller Stuhl-Tausch


Wirkung: Online- und Präsenz-Konzentrations-Warm-up. Die Gruppe muss ohne Worte ihre Positionen so koordinieren, dass am Ende eine vorgegebene Anordnung steht.

Ablauf:

  1. Aufgabe: „Sortiert euch ohne ein einziges Wort nach Geburtstag." (Online: nach Reihenfolge in der Galerieansicht.)

  2. Online: Alle Mikrofone aus, nur Gestik in der Kamera.

  3. Präsenz: Stuhlkreis, ohne Sprechen umsortieren.

  4. Stop nach 5 Minuten – Auflösung prüfen.

  5. Debrief: Wie wurde kommuniziert? Wer hat sich angeboten, zu führen?

Tipp: Die stille Variante ist intensiver als die mit Worten – weil keine schnelle Kompromisslogik möglich ist.

⏱ 5–10 Min · 👥 6–20 · 📍 Beides · 🔧 Keins


24. Team-Dilemma


Wirkung: Diskussions-Warm-up mit Konfliktsubstanz. Ein moralisches Dilemma zwingt die Gruppe, sich zu positionieren – das bringt Tempo und macht unterschiedliche Wertesysteme im Team sichtbar.


Ablauf:

  1. Eine Dilemma-Geschichte vorbereiten: kurzer Text mit moralischem Dilemma (z. B. „Ein Team entdeckt einen Fehler im Endbericht eines Kollegen, der bereits an den Kunden raus ist. Was tun?").

  2. Vorlesen, dann zwei Ecken im Raum markieren: „A: Sofort melden", „B: Erst intern lösen".

  3. Alle gehen in die Ecke, die ihrer ersten Reaktion entspricht.

  4. Beide Ecken bekommen 3 Minuten, um Argumente zu sammeln.

  5. Kurzes Streitgespräch zwischen den Ecken. Wer wechselt im Verlauf?


Tipp: Das Dilemma muss zur Branche der Gruppe passen, sonst bleibt es abstrakt. Je näher am Workshop-Kontext, desto besser.

⏱ 15–20 Min · 👥 8–20 · 📍 Beides · 🔧 Dilemma-Karte/Text


25. Gemeinsamer Strich


Wirkung: Vertrauens- und Koordinations-Übung mit Stift und Papier. Zwei Personen halten einen Stift gemeinsam und müssen ohne zu reden ein Bild zeichnen – schult Aufmerksamkeit für das Gegenüber.


Ablauf:

  1. Paare bilden, ein A4-Blatt, ein Stift.

  2. Beide Personen halten den Stift gleichzeitig.

  3. Aufgabe: Zeichnet zusammen ein Haus. Reden nicht erlaubt.

  4. 3 Minuten Zeit.

  5. Optional: Zweite Runde mit anderem Motiv (Tier, Landschaft).

Tipp: Variante ohne Reden ist die ergiebigste. Wer mit Reden anfängt, dominiert sofort – die stille Variante ist gleichberechtigter.

⏱ 8–10 Min · 👥 Paare · 📍 Präsenz · 🔧 Papier, Stifte


Kreativitäts-Warm-ups: 16 Übungen für Ideenfindung und Brainstorming


Kreative Warm-ups haben eine konkrete Aufgabe: den inneren Zensor müde machen. Menschen denken nicht zu wenig, sie zensieren zu schnell. Diese Kreativitäts-Warm-ups trainieren, Ideen vor der Bewertung aussprechen zu dürfen. Sie eignen sich für Brainstorming-Workshops, Design-Thinking-Phasen, Ideation-Sessions und Innovations-Workshops – nie vor Priorisierungen oder Entscheidungen.


1. 30 Circles


Wirkung: Hängt in wenigen Minuten den inneren Perfektionismus ab. Wer 30 Kreise in drei Minuten in Objekte verwandeln muss, hat keine Zeit zu zensieren – und merkt am eigenen Blatt, wie viele Ideen wirklich machbar sind, wenn das Tempo hoch ist.


Ablauf:

  1. Vordruck austeilen: ein A4-Blatt mit 30 leeren Kreisen, gleich groß.

  2. Aufgabe erklären: Aus möglichst vielen Kreisen erkennbare Objekte machen – Apfel, Sonne, Smileyball, Auge, was auch immer. Zeitlimit: 3 Minuten.

  3. Stoppuhr starten. Während der drei Minuten nicht reden, nicht eingreifen.

  4. Nach Ablauf der Zeit: Stifte hin, Blätter herumzeigen oder an die Wand hängen.

  5. Debrief: Wer hat wie viele geschafft? Wer hat Variationen eines Motivs gemacht (drei Sonnen)? Was war einfacher als gedacht?

Tipp: Online funktioniert die Übung über ein Miro- oder FigJam-Template. Pro Person eine eigene Spalte mit 30 Kreisen, sonst entsteht visuelles Chaos.

⏱ 5–7 Min · 👥 Beliebig · 📍 Beides · 🔧 Vordruck mit 30 Kreisen, Stifte


2. Ja, aber... Ja, und...


Wirkung: Macht den Unterschied zwischen konvergentem und divergentem Denken körperlich erfahrbar. Wer einmal eine „Ja, aber"-Runde durchgespielt hat, will keine zweite – und versteht intuitiv, warum Ideenphasen die „Ja, und"-Haltung brauchen.


Ablauf:

  1. Paare bilden, frei im Raum aufstellen oder in Breakouts schicken.

  2. Erste Runde: Person A startet mit einer absurden Idee („Lass uns ein Restaurant nur für Linkshänder eröffnen"). Person B antwortet jeden Satz mit „Ja, aber…" und einem Einwand. So drei Minuten lang.

  3. Pause – Paare bleiben zusammen.

  4. Zweite Runde: Wieder eine Idee, jetzt antwortet B konsequent mit „Ja, und…" und baut darauf auf. Auch drei Minuten.

  5. Debrief in Großgruppe: Wie hat sich die erste Runde angefühlt? Wie die zweite? Welche Ideen sind in welcher Runde entstanden?


Tipp: Online funktioniert die Übung in Breakout-Räumen mit jeweils zwei Personen. Vorher klar machen: in beiden Runden wirklich an der Vorgabe bleiben, sonst verwischt der Effekt.

⏱ 8–12 Min · 👥 Paare, beliebig viele · 📍 Beides · 🔧 Keins


3. Ich bin ein Baum


Wirkung: Improvisationstheater-Klassiker für Assoziations-Training. Eine Person stellt eine Pose, andere docken an und bauen ein Bild – schult divergentes Denken und das Annehmen von Impulsen.


Ablauf:

  1. Eine Person stellt sich in die Mitte und sagt: „Ich bin ein Baum" – nimmt eine Baum-Pose an.

  2. Eine zweite Person dockt an: „Ich bin ein Vogel im Baum" – passende Pose.

  3. Eine dritte: „Ich bin der Wind, der den Baum bewegt".

  4. Wenn das Bild komplett wirkt, sagt die erste Person: „Ich nehme den Vogel mit" und geht zurück zur Gruppe.

  5. Die Übrigen entscheiden, was bleibt – z. B. „Ich bin der Wind". Andere docken neu an.


Tipp: Erste Person muss Mut machen. Moderation kann mit einer eigenen Pose starten, das senkt die Hürde.

⏱ 10–15 Min · 👥 6–15 · 📍 Präsenz · 🔧 Keins


4. Paper Plane Challenge (Variante: Restriktionen)

Wirkung: Kreativitäts-Übung unter Einschränkung. Wer Papierflieger unter willkürlichen Bedingungen bauen muss (nur eine Hand, im Stehen, mit verbundenen Augen), entdeckt Lösungswege, die unter Normalbedingungen ausgeblendet werden.


Ablauf:

  1. Material: Pro Person 2 A4-Blätter.

  2. Erste Runde: Normalen Papierflieger bauen, testen.

  3. Zweite Runde: Restriktion einführen – z. B. nur eine Hand benutzen, oder Augen geschlossen, oder ohne aufs Papier zu schauen.

  4. Test: Welcher Flieger fliegt weiter?

  5. Variante 2: Papierflieger-Wettbewerb mit Zielwurf, Distanz und Stilnote.


Tipp: Restriktion bewusst absurd wählen. Je willkürlicher die Einschränkung, desto klarer die Erkenntnis: Kreativität entsteht oft erst unter Begrenzung.

⏱ 15–20 Min · 👥 4–25 · 📍 Präsenz · 🔧 A4-Blätter


5. Äpfel zeichnen


Wirkung: Assoziations-Übung mit doppelter Schwierigkeit. Die Aufgabe lautet, möglichst viele Begriffe zu zeichnen, in denen das Wort „Apfel" steckt – das schult laterales Denken in Sekunden.


Ablauf:

  1. Material: Papier, Stifte.

  2. Aufgabe: „Zeichnet in 3 Minuten so viele Begriffe wie möglich, die das Wort ‚Apfel' enthalten." (Apfelmus, Apfelsine, Pferdeapfel, Augapfel, Erdapfel, Apfel der Versuchung.)

  3. Stoppuhr starten, kein Reden.

  4. Nach Ablauf: Zählen, wer wie viele hat. Bilder zeigen, raten.

  5. Plenums-Sammlung: Welche Begriffe sind aufgetaucht?


Tipp: Die Übung lässt sich auf andere Wörter anwenden („Haus", „Wasser", „Hand"). Apfel funktioniert besonders gut, weil viele Komposita existieren.

⏱ 8–12 Min · 👥 4–25 · 📍 Beides · 🔧 Papier, Stifte


6. Pop Up Book


Wirkung: Storytelling-Warm-up mit Körpereinsatz. Die Gruppe stellt nacheinander Posen, die zusammen eine Geschichte ergeben – das verbindet Bewegung mit Narration und produziert verlässlich Lacher.


Ablauf:

  1. Eine Person beginnt mit einer Pose und einem Satz: „Es war einmal eine Königin auf hoher See."

  2. Person 2 fügt eine Pose und einen Satz hinzu: „Sie sah einen Wal." (Pose entsprechend.)

  3. So weiter, bis 6–8 „Seiten" entstanden sind.

  4. Die Geschichte wird einmal komplett durchgespielt – jede Person hält ihre Pose und sagt ihren Satz nacheinander.

  5. Optional: Mit Foto pro Pose ein Mini-Storybook erstellen.


Tipp: Funktioniert mit Vorgabe-Genre (Krimi, Märchen, Sci-Fi) noch besser als mit freier Erfindung.

⏱ 15–20 Min · 👥 6–12 · 📍 Präsenz · 🔧 Optional Kamera

Hinweis: spezifische Variante aus Tonhauser, 66+1 Warm-ups – Ablauf hier in einer typischen Storytelling-Logik formuliert. Wenn deine Standard-Variante davon abweicht, gerne anpassen.

7. Expert


Wirkung: Improvisations-Warm-up, das Schlagfertigkeit und Assoziation trainiert. Eine Person erklärt spontan einen erfundenen Begriff – das macht sichtbar, wie schnell wir Sinn aus Unsinn konstruieren können.


Ablauf:

  1. Eine Person bekommt einen erfundenen Begriff zugerufen („Quaddelfratze", „Schluffmaschine").

  2. Aufgabe: 60 Sekunden lang als Expert:in für genau dieses Thema sprechen – Definition, Anwendungsbereiche, historische Bedeutung.

  3. Die Gruppe stellt während des Vortrags Rückfragen, die ebenfalls aus dem Stegreif beantwortet werden müssen.

  4. Nächste Person, neuer Begriff.

  5. Drei bis vier Runden.


Tipp: Begriffe vorab sammeln und auf Karten schreiben – das spart Bedenkzeit. Je absurder, desto besser.

⏱ 10–15 Min · 👥 6–15 · 📍 Beides · 🔧 Begriffskarten


8. Ich habe ein Problem


Wirkung: Lateral-Thinking-Übung. Jemand schildert ein absurdes Problem, die Gruppe liefert Lösungen – ohne Wertung. Schult schnelle Ideenfindung und das Aushalten von schlechten Ideen.


Ablauf:

  1. Eine Person beginnt: „Ich habe ein Problem: meine Pflanzen schauen mich anklagend an."

  2. Die Gruppe ruft Lösungsvorschläge: „Hör auf, sie zu beleuchten." „Stell ihnen einen Spiegel hin." „Sprich mit ihnen."

  3. Schneller Wechsel, alle dürfen werfen.

  4. Nach 60 Sekunden: nächste Person, neues Problem.

  5. Optional: Probleme aus dem realen Workshop-Kontext stellen, dann werden Lösungen plötzlich nutzbar.

Tipp: Regel: Keine Bewertung der Vorschläge. „Aber das geht doch nicht" ist verboten. Erst werfen, dann sortieren.

⏱ 8–12 Min · 👥 6–15 · 📍 Beides · 🔧 Keins


9. Bären und Tiger


Wirkung: Argumentations-Warm-up im Spiel-Modus. Zwei Gruppen verteidigen die Überlegenheit ihrer Tierart – das trainiert spielerisches Argumentieren und macht den Übergang in eine Diskussions-Phase weicher.


Ablauf:

  1. Gruppe in zwei Hälften teilen: Bären und Tiger.

  2. Aufgabe: 5 Minuten Vorbereitung – warum ist eure Tierart der anderen überlegen?

  3. Wechselrede: Erst Bären 60 Sekunden, dann Tiger 60 Sekunden, dann Bären 30 Sekunden, dann Tiger 30 Sekunden.

  4. Plenum entscheidet per Applauslautstärke.

  5. Optional: zwei neue Tierarten in einer zweiten Runde.


Tipp: Argumente dürfen wissenschaftlich, emotional, ironisch, absurd sein – die Übung lebt von Bandbreite.

⏱ 15–20 Min · 👥 6–25 · 📍 Beides · 🔧 Keins

Hinweis: spezifische Übung aus Tonhauser, 66+1 Warm-ups – Konzept hier eigenständig formuliert.

10. Squiggle Birds


Wirkung: Wahrnehmungsübung mit Stift. Aus zufälligen Linien werden in Sekunden erkennbare Vögel – die Übung zeigt, wie schnell unser Gehirn Muster erkennt und aus wenig viel macht.


Ablauf:

  1. Material: A4-Papier, Stifte.

  2. Erste Phase: Jede Person zieht 60 Sekunden lang zufällige Linien aufs Papier – möglichst viele, möglichst chaotisch.

  3. Zweite Phase: Aus jeder Linie wird ein Vogel gemacht – durch Hinzufügen von Auge, Schnabel, Beinen, Schwanzfedern.

  4. Bilder ausstellen.

  5. Debrief: Wie viele Vögel pro Person? Welche Vogelarten sind entstanden?


Tipp: Funktioniert vor Ideationsphasen besonders gut – die Erkenntnis „aus wenig wird viel, wenn man zwei Striche hinzufügt" überträgt sich direkt auf das Konzept Prototyping.

⏱ 8–12 Min · 👥 4–25 · 📍 Beides · 🔧 Papier, Stifte


11. 3 Gemeinsamkeiten


Wirkung: Vernetzungs-Warm-up mit Erkenntnis-Effekt. Paare suchen drei nicht offensichtliche Gemeinsamkeiten – das verschiebt den Blick weg vom Lebenslauf hin zu echter Berührung.


Ablauf:

  1. Paare bilden, einander gegenübersitzen.

  2. Aufgabe: Findet drei Gemeinsamkeiten, die nichts mit Beruf oder offensichtlichen Merkmalen zu tun haben.

  3. 5 Minuten Zeit zum Austausch.

  4. Reihum kurz vorstellen: Welche drei Gemeinsamkeiten habt ihr gefunden?

  5. Optional: Zweite Runde mit neuen Partnern.

Tipp: Die Vorgabe „nicht offensichtlich" ist der Hebel. Sonst landen alle bei „arbeitet im selben Unternehmen". Tiefere Gemeinsamkeiten erzeugen mehr Verbindung.

⏱ 10–15 Min · 👥 Paare · 📍 Beides · 🔧 Keins


12. Gebäudeplan


Wirkung: Kommunikations-Übung über räumliche Beschreibung. Eine Person beschreibt einen Plan, eine andere zeichnet – ohne den Plan zu sehen. Macht Missverständnisse zwischen Sender und Empfänger erfahrbar.


Ablauf:

  1. Paare bilden, Rücken an Rücken sitzen.

  2. Person A bekommt einen einfachen Plan (Grundriss, geometrische Figur).

  3. Aufgabe: Person A beschreibt, Person B zeichnet auf einem leeren Blatt nach Gehör. A darf den Plan nicht zeigen, B darf nicht fragen.

  4. 5 Minuten Zeit.

  5. Vergleichen, was rauskam. Debrief: Wo war Kommunikation eindeutig, wo nicht?

Tipp: Variante: Person B darf Rückfragen stellen. Vergleich zeigt, wie viel Klarheit Rückfragen schaffen.

⏱ 15–20 Min · 👥 Paare · 📍 Beides · 🔧 Plan-Vorlage, leere Blätter


13. Wäre es nicht toll, wenn…


Wirkung: Ideenfindung in offener Form. Sätze gemeinsam weiterspinnen produziert in Sekunden ein Sammelsurium an Wünschen, Träumen und Visionen – perfekter Übergang in eine Ideation.

Ablauf:

  1. Aufgabe: Reihum vervollständigt jede Person den Satz „Wäre es nicht toll, wenn…".

  2. Keine Diskussion, kein „aber", nur weitergeben.

  3. 3–4 Runden, das Tempo steigern.

  4. Anschließend Erweiterung: „Ja, dann lass uns…" – konkrete Schritt-Vorschläge.

  5. Letzte Runde: „Komm, dann machen wir…" – verbindlich.

Tipp: Funktioniert online im Chat besonders gut – jede Person tippt eine Antwort, und am Ende steht ein riesiger Wünsche-Pool.

⏱ 10–15 Min · 👥 6–25 · 📍 Beides · 🔧 Optional Whiteboard für Mitschrift


14. Zeichnen „Wer bist du?"


Wirkung: Visuelle Selbstvorstellung. Wer sich nicht in Worten, sondern in Symbolen darstellen muss, denkt über sich anders nach – das fördert abstraktes und kreatives Denken zum Workshop-Start.

Ablauf:

  1. Material: A4-Blatt, Stifte.

  2. Aufgabe: „Zeichnet in 5 Minuten ein Bild, das beantwortet: Wer bist du gerade? Was treibt dich um? Was bringst du mit?"

  3. Keine Worte erlaubt – nur Symbole, Formen, Farben.

  4. Bilder einsammeln, an die Wand hängen.

  5. Reihum vorstellen: Jede Person erklärt ihr Bild in 60 Sekunden.

Tipp: Vorab klar machen: Es ist kein Kunstwettbewerb. Strichmännchen sind ausdrücklich erwünscht.

⏱ 15–20 Min · 👥 6–20 · 📍 Beides · 🔧 Papier, Stifte


15. Collage „Wer bist du?" (Online-Variante)


Wirkung: Online-Pendant zum gezeichneten Selbstporträt. Mit Bildern aus dem Netz zusammenbauen statt mit Stift zeichnen – besonders gut in virtuellen Workshops, in denen Zeichnen nicht funktioniert.

Ablauf:

  1. Vorbereitung: Miro- oder FigJam-Board mit pro Person einer „Kachel" zum Befüllen.

  2. Aufgabe: „Sucht 3 Bilder im Netz, die euch beschreiben – bringt sie auf eure Kachel."

  3. 10 Minuten Bedenkzeit, parallel arbeiten.

  4. Reihum vorstellen: Jede Person zeigt ihre Collage und erklärt die Bilder in 60 Sekunden.

  5. Optional: Cluster-Übung – welche Bilder passen zueinander?

Tipp: Bilder von Unsplash oder Pexels nutzen, das vermeidet Copyright-Probleme. Vorab Link in den Chat posten.

⏱ 20–25 Min · 👥 4–15 · 📍 Online · 🔧 Miro/FigJam-Board, Bilder-Quellen


16. Crazy 8s


Wirkung: Klassisches Design-Sprint-Warm-up, das in 8 Minuten 8 Skizzen pro Person erzwingt. Quantität schlägt Qualität – das schult schnelles Skizzieren und befreit von Perfektionismus.

Ablauf:

  1. Material: A4-Blatt, in 8 gleich große Felder gefaltet.

  2. Aufgabe: 8 Ideen zu einer Frage skizzieren, eine pro Feld. Pro Feld 60 Sekunden.

  3. Stoppuhr läuft, alle 60 Sekunden eine Ansage „nächstes Feld".

  4. Nach 8 Minuten Stopp.

  5. Bilder herumzeigen oder an die Wand hängen.

Tipp: Die Frage sollte konkret sein – „Wie könnte unsere Onboarding-Mail aussehen?" statt „Wie verbessern wir das Produkt?". Konkretheit schlägt Abstraktion.

⏱ 10–15 Min · 👥 Beliebig · 📍 Beides · 🔧 Papier (gefaltet), Stifte

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Energizer für Workshops: 23 Warm-up-Spiele für Bewegung und Aktivierung


Energizer sind dafür da, ein Energietal zu kippen. Klassische Einsatzgebiete: nach dem Mittagessen, beim Übergang in eine aktive Phase, nach langen Inputs vor Gruppenarbeit. Diese Warm-up-Spiele für Energizer sind laut, oft albern und brauchen Raum – nicht jede Gruppe und nicht jeder Konferenzraum verträgt jede Übung. Vorab ehrlich einschätzen, was zur Gruppe passt.


1. Ninja


Wirkung: Bringt körperliche Energie in wenigen Minuten in die Gruppe und produziert verlässlich Lachen. Eignet sich besonders gut für den Nachmittag, wenn die Aufmerksamkeit absackt.


Ablauf:

  1. Alle stellen sich im weiten Kreis auf, Arme angewinkelt, „Ninja-Pose".

  2. Person A startet, indem sie in einer einzigen schnellen Bewegung versucht, die Hand der Person rechts oder links zu treffen. Die Bewegung muss eine durchgehende Bewegung sein – nicht zwei Bewegungen.

  3. Das Gegenüber darf in derselben Aktion ausweichen, ebenfalls in einer einzigen Bewegung.

  4. Wer getroffen wird, scheidet mit dieser Hand aus (legt sie hinter den Rücken). Wer beide Hände verloren hat, scheidet aus.

  5. Reihum, bis nur noch eine Person übrig ist.

Tipp: Bei mehr als 15 Personen wird das Spiel zäh. Lieber zwei parallele Kreise.

⏱ 5–10 Min · 👥 6–15 · 📍 Präsenz · 🔧 Keins


2. Obstsalat


Wirkung: Klassisches Stuhltausch-Spiel, das in Sekunden Bewegung erzeugt und die Sitzordnung auflöst. Funktioniert verlässlich auch bei skeptischen Gruppen, weil es vertraut wirkt und nicht peinlich werden kann. Eines der besten Warm-up-Spiele für große Gruppen erwachsener Teilnehmender.


Ablauf:

  1. Stühle in einen Kreis stellen, einen Stuhl weniger als Personen.

  2. Die übrige Person steht in der Mitte. Allen anderen wird eine Frucht zugewiesen, reihum: Apfel, Banane, Kiwi, Apfel, Banane, Kiwi…

  3. Die Person in der Mitte ruft eine Frucht. Alle Personen mit dieser Frucht stehen auf und tauschen die Plätze. Auch die Person aus der Mitte versucht, einen Stuhl zu ergattern.

  4. Wer keinen Stuhl ergattert, ruft die nächste Frucht.

  5. Bei „Obstsalat" tauschen alle Plätze gleichzeitig.


Tipp: Nach drei, vier Runden ist die Energie meistens da. Nicht ausreizen, sonst kippt der Effekt.

⏱ 5–8 Min · 👥 10–30 · 📍 Präsenz · 🔧 Stühle (einer weniger als Personen)


3. Dancing in the Dark


Wirkung: Bewegungs-Energizer ohne Gruppendruck. Die Teilnehmenden tanzen mit geschlossenen Augen oder im abgedunkelten Raum – wer sich nicht beobachtet fühlt, traut sich mehr.


Ablauf:

  1. Raum abdunkeln oder alle schließen die Augen.

  2. Musik anschalten (mittleres Tempo, nicht zu eindringlich).

  3. Aufgabe: Bewegt euch frei zur Musik, ohne andere zu berühren. Augen bleiben zu.

  4. 2–3 Minuten.

  5. Musik aus, Augen auf, kurz schütteln, weiter.

Tipp: Funktioniert besser, wenn die Moderation selbst auf der Tanzfläche steht. Vorher ankündigen: Nicht-Mitmachen ist okay.

⏱ 5 Min · 👥 6–25 · 📍 Präsenz · 🔧 Musik, Lichtschalter


4. Gorilla Exercise


Wirkung: Lauter, körperlicher Energizer. Wer einmal mit der Gruppe Gorilla-Geräusche gemacht hat, ist garantiert wach – die Hemmschwelle für alles, was danach kommt, sinkt drastisch.

Ablauf:

  1. Alle stehen im Kreis.

  2. Aufgabe: „Auf mein Zeichen werden wir gemeinsam Gorillas. Trommelt euch auf die Brust, macht Geräusche."

  3. Einen Probelauf machen, dann „los".

  4. 30–60 Sekunden lang Vollgas.

  5. Stopp, kurz schütteln, weiter zur nächsten Phase.

Tipp: Die Moderation macht laut vor. Kleinere Gruppen brauchen mehr Vorbild, größere Gruppen tragen sich gegenseitig.

⏱ 3–5 Min · 👥 6–30 · 📍 Präsenz · 🔧 Keins


5. Tiger, Samurai, Grandma


Wirkung: Schere-Stein-Papier in groß. Zwei Teams treten in einer der drei Posen gegeneinander an – der körperliche Einsatz macht den Energizer-Effekt aus.


Ablauf:

  1. Drei Posen einüben: Tiger (krallen, fauchen), Samurai (Schwert ziehen, „kiai!"), Grandma (krummgebeugt, „komm her, du!").

  2. Hierarchie: Tiger schlägt Grandma, Grandma schlägt Samurai, Samurai schlägt Tiger.

  3. Gruppe in zwei Teams teilen, Rücken an Rücken stellen.

  4. Jedes Team einigt sich heimlich auf eine der drei Posen.

  5. Ansage „3, 2, 1, los" – beide Teams drehen sich gleichzeitig um und nehmen ihre Pose ein. Das Sieger-Team gewinnt die Runde. Best of 5.


Tipp: Das schnelle Einigen im Team ist der Lerninhalt – mit jeder Runde wird sichtbar, wie sich Gruppendynamik unter Zeitdruck verändert.

⏱ 8–12 Min · 👥 6–30 · 📍 Präsenz · 🔧 Keins


6. Crazy Groupie


Wirkung: Imitations-Energizer mit Kettenreaktion. Eine Person macht eine Bewegung, alle ahmen sie nach – und übertreiben jede Runde mehr. Klassischer Einstieg in Improvisations-Settings.


Ablauf:

  1. Alle stehen im Kreis.

  2. Person A startet mit einer kleinen Bewegung (Schulterzucken).

  3. Person B ahmt sie nach, fügt eine Übertreibung hinzu.

  4. Person C ahmt B nach mit weiterer Steigerung.

  5. Die Bewegung „eskaliert" einmal um den Kreis herum, bis sie absurd ist.


Tipp: Funktioniert besser nach mindestens einer leichteren Übung – nicht als Allererstes mit Fremden.

⏱ 5–8 Min · 👥 6–15 · 📍 Präsenz · 🔧 Keins


7. Jump In & Jump Out


Wirkung: Synchronisations-Energizer. Die Gruppe muss ohne Absprache gemeinsam in oder aus dem Kreis springen – schult Aufmerksamkeit und macht Gruppendynamik körperlich erfahrbar.


Ablauf:

  1. Alle stehen im Kreis, Schulterabstand.

  2. Aufgabe: Auf das Signal „los" springt die Gruppe gemeinsam einen Schritt nach innen oder einen nach außen – ohne Absprache.

  3. Zählung, wer in welche Richtung. Wenn alle gleich gesprungen sind: Erfolg.

  4. Mehrere Runden, mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten.

  5. Variante: Linke Person springt rein, rechte raus – und auf Signal Wechsel.

Tipp: Zeigt verlässlich, wie wenig wir uns intuitiv koordinieren können – und macht damit eine gute Brücke zu Themen wie geteiltes Verständnis.

⏱ 5–10 Min · 👥 6–20 · 📍 Präsenz · 🔧 Keins


8. Touch Something Blue


Wirkung: Schneller Energizer mit Bewegung im Raum. Die Gruppe sucht und berührt einen Gegenstand mit bestimmten Eigenschaften – das aktiviert Körper und Aufmerksamkeit gleichzeitig.

Ablauf:

  1. Aufgabe: „Berührt etwas Blaues – los!"

  2. Alle laufen kurz los und suchen einen blauen Gegenstand (Kleidung anderer, Wand, Stuhl).

  3. Stopp. Nächste Aufgabe: „Berührt etwas Hartes." „Berührt etwas Rundes." „Berührt etwas, das jemand anderes trägt."

  4. 5–6 Aufgaben in Folge.

  5. Letzte: „Berührt jemanden, mit dem ihr heute noch nicht gesprochen habt."

Tipp: Funktioniert online mit „Zeigt etwas Blaues in die Kamera".

⏱ 3–5 Min · 👥 6–25 · 📍 Beides (online mit Anpassung) · 🔧 Platz im Raum


9. Magic Mushrooms („A und B")


Wirkung: Bewegungs-Energizer mit zwei Polen. Teilnehmende wechseln zwischen zwei Anweisungen hin und her – das schult Reaktion und macht den Raum lebendig.


Ablauf:

  1. Zwei Pole im Raum definieren: A und B.

  2. Aufgabe: Auf „A" rennen alle zu Pol A, auf „B" zu Pol B.

  3. Tempo steigern, Wechsel schneller machen.

  4. Variante: Zusätzliche Anweisungen einführen („C" = in die Hocke, „D" = auf den Boden, „E" = einfrieren).

  5. Wer langsam ist oder die falsche Aktion ausführt, scheidet aus oder wechselt einmal Pole.


Tipp: Bei großen Gruppen die Pole weit auseinander legen, damit der Bewegungseffekt sich lohnt.

⏱ 5–8 Min · 👥 8–30 · 📍 Präsenz · 🔧 Platz im Raum


Mixer, Toaster, Kotzendes Känguru


Wirkung: Energizer mit drei festen Posen, die in der Gruppe synchronisiert werden müssen. Das absurde Vokabular ist Teil des Witzes – wer einmal mit der Gruppe „Kotzendes Känguru" gerufen hat, ist gelöst.


Ablauf:

  1. Drei Gruppen-Posen einüben:

    • Mixer: Drei Personen – die mittlere dreht sich, die äußeren halten die Hände nach oben wie ein Mixer-Aufsatz.

    • Toaster: Drei Personen – die mittlere springt hoch (das Toastbrot), die äußeren halten als Toaster-Wände.

    • Kotzendes Känguru: Drei Personen – die mittlere beugt sich nach vorn und tut so, als ob es spuckt, die äußeren springen wie Kängurus.

  2. Eine Person steht in der Mitte, zeigt auf eine andere und ruft eine der drei Posen.

  3. Die angesprochene Person und ihre beiden Nachbar:innen formen schnell die Pose.

  4. Wer zu langsam ist oder die falsche Pose macht, geht in die Mitte.

  5. Tempo immer weiter steigern.


Tipp: Sehr lautes, körperliches Spiel. Nur in Räumen, in denen das willkommen ist.

⏱ 8–12 Min · 👥 8–20 · 📍 Präsenz · 🔧 Keins


11. 1-2-3-4-5-6-7-8


Wirkung: Rhythmischer Bewegungs-Energizer. Die Gruppe zählt zusammen und bewegt nacheinander Körperteile – das aktiviert Koordination und Synchronisation.


Ablauf:

  1. Alle stehen, Beine schulterbreit.

  2. Zählen: „1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8" – dabei den rechten Arm 8-mal schütteln.

  3. Wieder „1–8" – jetzt linker Arm.

  4. „1–8" – rechtes Bein, dann linkes Bein.

  5. Zweite Runde: Pro Körperteil nur noch 7-mal, dann 6-mal, dann 5-mal, bis hinunter auf 1. Tempo wird schneller.


Tipp: Funktioniert auch online sehr gut, weil alle gleichzeitig in Bewegung sind. Klassischer Wachmacher.

⏱ 3–5 Min · 👥 Beliebig · 📍 Beides · 🔧 Keins


12. Kuhstall


Wirkung: Geräusch-Such-Spiel mit Bewegung. Teilnehmende ahmen Tier-Geräusche nach und müssen ihre Gruppe finden – das ist albern, aktivierend und löst Gruppen schnell auf.

Ablauf:

  1. Karten vorbereiten mit Tieren: Kuh, Hund, Katze, Schaf, Hahn (jeweils mehrere Karten pro Tier).

  2. Karten verteilen, Teilnehmende halten ihre Karte geheim.

  3. Aufgabe: Augen schließen oder gesenkter Blick. Auf „los" das eigene Tier-Geräusch machen und die anderen mit demselben Tier finden.

  4. Wer als Gruppe zusammensteht, bleibt stehen.

  5. Auflösung: Alle Augen auf, jede Tier-Gruppe stellt sich vor.

Tipp: Funktioniert ab 12 Personen. Bei kleineren Gruppen finden sich die Tiere zu schnell.

⏱ 5–8 Min · 👥 12–30 · 📍 Präsenz · 🔧 Tier-Karten


13. Hepp


Wirkung: Aufmerksamkeits-Energizer mit Synchron-Bewegung. Die Gruppe reagiert auf das Kommando „Hepp" mit einer festgelegten Bewegung – schult schnelle Reaktion und Konzentration.

Ablauf:

  1. Eine Bewegung definieren (Sprung, Klatschen, in die Hocke gehen).

  2. Alle stehen im Kreis.

  3. Auf „Hepp" wird die Bewegung ausgeführt – synchron.

  4. Variante: Mehrere Kommandos einführen mit unterschiedlichen Bewegungen.

  5. Tempo steigern, wer zu langsam ist oder die falsche Bewegung macht, scheidet aus.

Tipp: Funktioniert auch als kurze 2-Minuten-Pausen-Übung zwischen langen Sitzungs-Phasen.

⏱ 3–5 Min · 👥 6–25 · 📍 Präsenz · 🔧 Keins


14. Turtle Ninja Game


Wirkung: Bewegungs-Energizer mit Rollenwechsel. Die Gruppe wechselt zwischen zwei Modi (Turtle = langsam, geduckt; Ninja = schnell, schlagend), was Körper und Aufmerksamkeit gleichzeitig fordert.


Ablauf:

  1. Zwei Modi einüben: Turtle (langsam, geduckt, defensiv) und Ninja (schnell, angriffsbereit).

  2. Alle bewegen sich frei im Raum.

  3. Auf Kommando „Turtle" bewegen sich alle langsam und geduckt.

  4. Auf „Ninja" bewegen sich alle schnell und sprungbereit.

  5. Schnelle Wechsel, Tempo steigern.


Tipp: Funktioniert vor langen, eher passiven Phasen (Vorträgen) als kurzer Energie-Push.

⏱ 3–5 Min · 👥 6–25 · 📍 Präsenz · 🔧 Platz im Raum


15. Races


Wirkung: Wettkampf-Energizer mit absurden Bewegungsaufgaben. Wer rückwärts hüpfend von Wand zu Wand kommt, hat keine Zeit zu denken – purer Aktivierungs-Effekt.


Ablauf:

  1. Start- und Ziellinie im Raum festlegen.

  2. Bewegungs-Vorgabe ansagen: „Rückwärts hüpfen", „auf einem Bein", „mit über Kreuz gestellten Beinen", „Hand am Boden".

  3. Alle starten gleichzeitig.

  4. Wer als erstes drüben ist, gewinnt die Runde.

  5. Mehrere Runden mit unterschiedlichen Bewegungen.


Tipp: Genug Platz und freundlichen Boden voraussetzen. Wettkampf bewusst albern halten – kein Ehrgeiz, sondern Lacher.

⏱ 5–10 Min · 👥 6–20 · 📍 Präsenz · 🔧 Platz im Raum


16. Zählen (gemeinsam, ohne Reihenfolge)


Wirkung: Konzentrations-Energizer im Stillstand. Die Gruppe zählt aufwärts, ohne festgelegte Reihenfolge – ein Klassiker, der schnell zeigt, wie sehr eine Gruppe aufeinander achtet.


Ablauf:

  1. Alle stehen oder sitzen im Kreis, Augen geschlossen.

  2. Aufgabe: Gruppe zählt von 1 aufwärts. Jede Zahl darf nur eine Person sagen. Wenn zwei gleichzeitig sprechen, beginnt die Gruppe wieder bei 1.

  3. Ziel: möglichst hoch zählen.

  4. Pause nach jeder Zahl, niemand soll sich zu schnell entscheiden.

  5. Debrief: Wann hat es funktioniert? Was ist passiert kurz vor dem Abbruch?


Tipp: Mit geschlossenen Augen ist die Übung intensiver, aber auch schwerer. Bei skeptischen Gruppen ohne Augen schließen starten.

⏱ 5–10 Min · 👥 6–20 · 📍 Beides · 🔧 Keins


17. Stop & Go


Wirkung: Reaktions-Energizer mit umgekehrter Logik. Die Gruppe bewegt sich auf „Stop" und steht auf „Go" – das verwirrt das Hirn und produziert Lacher.


Ablauf:

  1. Alle laufen frei im Raum.

  2. Auf „Go" laufen sie weiter, auf „Stop" bleiben sie stehen.

  3. Nach 30 Sekunden: Regel-Umkehr. „Go" heißt jetzt „Stop", „Stop" heißt jetzt „Go".

  4. Weitere Wechsel: „Klatscht" (alle klatschen), „Hüpft" (alle hüpfen).

  5. Pro Wechsel die Bedeutung umkehren.


Tipp: Bei jeder Umkehr macht jemand einen Fehler – das ist genau der Moment, der die Energie hochbringt.

⏱ 3–5 Min · 👥 6–25 · 📍 Präsenz · 🔧 Platz im Raum


18. Papierflieger-Rennen


Wirkung: Wettkampf-Energizer mit Bau-Komponente. Teams bauen Papierflieger und treten gegeneinander an – das aktiviert Bewegung, Wettbewerbsgeist und Spaß.


Ablauf:

  1. Material: Pro Team 5 A4-Blätter.

  2. 5 Minuten: Jedes Team baut so viele Papierflieger wie möglich (oder einen optimalen Flieger).

  3. Wettbewerb: Distanz-Wurf von einer Startlinie aus.

  4. Jedes Team wirft alle Flieger, beste Distanz zählt.

  5. Sieger-Team gekürt.


Tipp: Variante: Zielwurf statt Distanz. In einem Hula-Hoop-Reifen am Boden landen.

⏱ 10–15 Min · 👥 4–25 (in Teams) · 📍 Präsenz · 🔧 A4-Blätter, Hula-Hoop optional


19. Überraschungs-Ei Challenge


Wirkung: Ungewöhnlicher Vorstellungs-Warm-up mit Spielzeug-Komponente. Jede Person bekommt ein Ü-Ei-Spielzeug und muss eine Verbindung zu sich selbst herstellen – das produziert verlässlich kreative und persönliche Antworten.


Ablauf:

  1. Vorbereitung: Pro Person ein Ü-Ei (oder ähnliches Kleinspielzeug) bereitstellen.

  2. Jede Person öffnet ihr Ei, packt das Spielzeug aus.

  3. Aufgabe: 60 Sekunden Bedenkzeit – welche Verbindung hat dieses Spielzeug zu mir, meiner Arbeit, meinem aktuellen Zustand?

  4. Reihum vorstellen: Wer bin ich, und was hat das Spielzeug damit zu tun?

  5. Optional: Spielzeug bleibt für den restlichen Workshop am Platz.


Tipp: Funktioniert besonders gut bei Innovations-Workshops. Die Lockerheit des Materials nimmt den Druck der ersten Vorstellungsrunde.

⏱ 15–20 Min · 👥 6–15 · 📍 Präsenz · 🔧 Ü-Eier (eines pro Person)


20. Schneeballschlacht (Papier-Variante)


Wirkung: Albernes Bewegungs-Warm-up. Mit zerknüllten Papierbällen wird gespielt – körperlich, laut, schnell. Räumt jede Anspannung weg.


Ablauf:

  1. Material: Pro Person 3–5 A4-Blätter.

  2. Aufgabe: Blätter zerknüllen zu „Schneebällen".

  3. Den Raum in zwei Hälften teilen, die Gruppe in zwei Teams.

  4. 60 Sekunden: Wer hat am Ende die wenigsten Bälle auf seiner Seite?

  5. 2–3 Runden, danach gemeinsames Aufräumen (auch Teil der Übung).


Tipp: Vorher sicherstellen, dass keine Gegenstände zerstört werden können. Brillen vorab abnehmen.

⏱ 5–8 Min · 👥 8–25 · 📍 Präsenz · 🔧 Papier (recycelt)


21. Pinguine und Haie


Wirkung: Klassisches Bewegungsspiel mit Fang-Element. Schnell, körperlich, aktivierend – ideal für den Nachmittags-Modus.


Ablauf:

  1. Im Raum eine „Insel" markieren (Mitte) und „Wasser" außenrum.

  2. Eine Person ist Hai, alle anderen Pinguine.

  3. Pinguine bewegen sich im Wasser, Hai versucht, sie zu fangen.

  4. Wer auf der Insel steht, ist sicher – aber nur für 5 Sekunden, dann muss er weiter.

  5. Wer gefangen wird, wird selbst Hai. Spiel endet, wenn nur noch wenige Pinguine übrig sind.


Tipp: Sicherheit beachten: Tempo nur so hoch, wie der Raum es zulässt. Bei viel Wettbewerb in der Gruppe bewusst dämpfen.

⏱ 5–10 Min · 👥 8–20 · 📍 Präsenz · 🔧 Tape für „Insel"

22. Dänisches Klatschspiel


Wirkung: Synchron-Klatsch-Übung mit zwei Personen. Schult Aufmerksamkeit und Reaktion gleichzeitig – funktioniert gut nach langen kognitiven Phasen.


Ablauf:

  1. Paare bilden, einander gegenüberstehen.

  2. Klatsch-Sequenz einüben: Eigene Hände, dann rechte Hand auf rechte Hand der Partner:in, eigene, dann linke auf linke, eigene, dann beide.

  3. Sequenz im Rhythmus durchgehen.

  4. Tempo steigern.

  5. Variante: Reihum durch die Gruppe – immer eine Person tritt an die nächste, klatscht durch, geht weiter.


Tipp: Wenn Paare zu schnell perfekt sind, neue Sequenz einführen.

⏱ 5–8 Min · 👥 Paare · 📍 Präsenz · 🔧 Keins


23. Partner-Yoga (Mini-Form)


Wirkung: Lockerung mit Vertrauenskomponente. Zwei Personen helfen einander bei Dehnübungen – das löst Verspannung und schafft nebenbei nonverbale Verbindung.


Ablauf:

  1. Paare bilden.

  2. Eine einfache Übung anleiten: Beide stehen Rücken an Rücken, einer beugt sich nach vorn und hebt den anderen sanft auf den Rücken.

  3. Wechseln, gleiche Übung anders herum.

  4. 2–3 weitere Übungen: Hände-Stütze beim Vorbeugen, gegenseitiges Halten beim Einbeinstand.

  5. Stille während der Übungen, Musik im Hintergrund optional.

Tipp: Klare Sicherheitsansage vorab. Nur in Gruppen, in denen Berührung kommunikativ vorab geklärt ist.

⏱ 8–12 Min · 👥 Paare · 📍 Präsenz · 🔧 Optional Yoga-Matten


Fokus-Warm-ups: 5 Übungen für Konzentration und Achtsamkeit


Fokus-Warm-ups arbeiten in die andere Richtung als Energizer. Sie fahren runter, schärfen die Wahrnehmung und bringen die Gruppe in einen konzentrierten Modus. Diese Achtsamkeits-Warm-ups eignen sich vor Entscheidungen, vor Reflexionsphasen, vor schwierigen Gesprächen oder nach langen Input-Blöcken, bevor die Gruppe weiterarbeitet.


1. Minute to arrive


Wirkung: Schaltet in 60 Sekunden den mentalen Hintergrundlärm runter. Reicht aus, um die Gruppe von einer hektischen Sitzungsphase in eine konzentrierte Arbeitsphase zu überführen, ohne dass es wie eine Meditationseinheit wirkt. Funktioniert auch als Mini-Warm-up für Meetings in Präsenz.


Ablauf:

  1. Alle bleiben sitzen, Hände auf dem Tisch, Augen können geschlossen werden, müssen aber nicht.

  2. Ansage: „Eine Minute Stille. Atemzüge zählen, Gedanken vorbeiziehen lassen. Wenn etwas hochkommt, kurz wahrnehmen und wieder zum Atem zurückkehren."

  3. Stoppuhr auf 60 Sekunden, Stille halten.

  4. Sanftes Signal am Ende, kein abruptes Wecken.

  5. Direkt in die nächste Phase übergehen, ohne langen Debrief – die Wirkung trägt sich von selbst weiter.


Tipp: Funktioniert auch online sehr gut, wenn alle Mikros stumm sind und Kameras aus sein dürfen.

⏱ 1–2 Min · 👥 Beliebig · 📍 Beides · 🔧 Keins


2. 1, 2, 3

Wirkung: Trainiert Aufmerksamkeit und Anpassungsfähigkeit gleichzeitig. Klingt banal, geht nach wenigen Sekunden zuverlässig schief – und genau dieser Moment des „Hoppla, falsche Antwort" ist der Punkt, an dem die Konzentration neu greift.


Ablauf:

  1. Paare bilden, einander gegenüberstellen.

  2. Person A sagt „eins", Person B sagt „zwei", A sagt „drei", B sagt „eins", A sagt „zwei" – im schnellen Wechsel weiter.

  3. Nach 30 Sekunden Erweiterung: „eins" wird durch ein Klatschen ersetzt. Klatschen, „zwei", „drei", Klatschen, „zwei", „drei" usw.

  4. Nach weiteren 30 Sekunden: „zwei" wird durch einen Stampfer ersetzt. Klatschen, Stampfer, „drei".

  5. Optional: „drei" durch eine kurze Drehung ersetzen.


Tipp: Wenn ein Paar zu schnell richtig liegt, höher tempen. Der Sinn ist, dass die Aufmerksamkeit gefordert bleibt – nicht, dass alle fehlerfrei sind.

⏱ 5–8 Min · 👥 Paare, beliebig viele · 📍 Beides · 🔧 Keins


3. Geh-Meditation


Wirkung: Achtsamkeits-Übung in Bewegung. Wer langsam geht und auf den eigenen Schritt achtet, schaltet das Hirn aus dem Multitasking-Modus zurück in den Hier-und-Jetzt-Modus.


Ablauf:

  1. Im Raum verteilen, mindestens 3 m Abstand zueinander.

  2. Aufgabe: 5 Minuten lang sehr langsam gehen. Aufmerksamkeit auf den Fußkontakt mit dem Boden.

  3. Keine Worte, keine Augenkontakte zu anderen.

  4. Atemrhythmus mit den Schritten verbinden – ein Atemzug pro Schritt oder pro zwei Schritte.

  5. Sanftes Signal nach 5 Minuten, kurzer Übergang zurück in normalen Sitzungsmodus.


Tipp: Funktioniert in Innenräumen, draußen aber spürbar besser. Wenn ein Fenster oder eine Tür raus geht, nutzen.

⏱ 5–8 Min · 👥 Beliebig · 📍 Präsenz · 🔧 Platz im Raum


4. Meditation (geführt)


Wirkung: Klassische geführte Achtsamkeitsübung. Bringt die Gruppe in einen ruhigen, konzentrierten Modus – gut vor Reflexionsphasen oder kritischen Entscheidungs-Sessions.


Ablauf:

  1. Bequeme Sitzhaltung einnehmen, Augen schließen.

  2. Anleitung: „Atme drei Mal tief ein und aus. Spüre, wie dein Körper auf dem Stuhl sitzt. Lass Gedanken vorbeiziehen."

  3. 5 Minuten geführter Body-Scan: Aufmerksamkeit von den Füßen über die Beine bis zum Kopf wandern lassen.

  4. Sanfte Rückkehr: „Atme noch dreimal bewusst, öffne die Augen, wenn du soweit bist."

  5. Kurz schweigen lassen, dann sanft in die nächste Phase überleiten.

Tipp: Geführte Meditation funktioniert nur, wenn die Moderation selbst meditiert oder das Skript geübt hat. Schlechte Anleitung ist schlimmer als keine.

⏱ 5–10 Min · 👥 Beliebig · 📍 Beides · 🔧 Optional sanfte Musik


5. 5-Sinne-Check


Wirkung: Schnelle Achtsamkeits-Übung über die fünf Sinne. Bringt die Gruppe in 3 Minuten aus dem Kopf in den Körper – ideal vor wichtigen Entscheidungen oder kritischen Gesprächen.


Ablauf:

  1. Alle setzen sich bequem hin, Augen offen oder zu.

  2. Aufgabe: Reihum durch die fünf Sinne gehen.

  3. „Nenne 5 Dinge, die du gerade siehst." (60 Sekunden)

  4. „4 Dinge, die du hörst." „3 Dinge, die du fühlst." „2 Dinge, die du riechst." „1 Sache, die du schmeckst."

  5. Nach Abschluss: kurz Pause, dann übergang.

Tipp: Bekannte Achtsamkeits-Übung aus der Trauma-Stabilisierung – funktioniert auch hervorragend in Workshop-Kontexten zum Runterfahren.

⏱ 3–5 Min · 👥 Beliebig · 📍 Beides · 🔧 Keins


Empathie-Warm-ups: 2 Übungen für Perspektivenwechsel und Kommunikation


Empathie-Warm-ups arbeiten mit Perspektivwechseln und Rollentausch. Sie funktionieren nur, wenn die Gruppe schon Vertrauen aufgebaut hat – nie an den Anfang setzen. Klassische Einsatzgebiete: vor der Empathie- oder Problem-Definitionsphase in Design Thinking, in Konflikt-Workshops, bei Stakeholder- und Kund:innen-Perspektiven.


1. Ticketschalter

Wirkung: Bringt Teilnehmende in zwei Rollen, die im Alltag selten beide eingenommen werden – die der Kund:in mit einem Anliegen und die der Servicekraft, die damit umgehen muss. Im Rollentausch wird sichtbar, was die jeweils andere Seite eigentlich braucht.


Ablauf:

  1. Rollenkarten vorbereiten: pro Paar eine Karte mit einem konkreten Kundenanliegen („Mein Zug ist ausgefallen, ich muss in 30 Minuten in einer Sitzung sein"). Frust-Level mit angeben.

  2. Paare bilden, eine Person übernimmt Kund:in, die andere Servicekraft. Drei Minuten Szene spielen.

  3. Stopp, Rollentausch. Gleiche oder andere Karte. Wieder drei Minuten.

  4. In den Paaren kurz austauschen: Welche Rolle war leichter? Was hat das Gegenüber überraschend gut oder schlecht gemacht?

  5. Großgruppen-Debrief: Welche Muster sind aufgefallen? Was hilft, wenn man gleich Nutzer:innen interviewen oder Kund:innen-Stimmen analysieren wird?


Tipp: Funktioniert besonders gut, wenn die Rollen nahe an der eigenen Branche der Teilnehmenden liegen – die Karten entsprechend vorbereiten.

⏱ 15–20 Min · 👥 Paare · 📍 Präsenz · 🔧 Vorbereitete Rollenkarten


2. Rücken an Rücken


Wirkung: Reduziert die nonverbale Reaktion auf das Gegenüber radikal und macht echtes Zuhören erfahrbar. Wer keine Mimik mehr lesen kann, hört genauer hin – und erlebt, wie viel Information sonst über das Gesicht läuft.


Ablauf:

  1. Stühle paarweise mit den Lehnen aneinander stellen, sodass die Personen Rücken an Rücken sitzen.

  2. Eine Frage in den Raum geben, die nicht trivial zu beantworten ist – z. B. „Wann hast du zuletzt eine Entscheidung getroffen, die du im Nachhinein bereut hast?"

  3. Person A antwortet zwei Minuten am Stück, Person B hört nur zu, ohne zu reagieren oder Rückfragen zu stellen.

  4. Rollentausch, B antwortet, A hört zu.

  5. Erst nachdem beide gesprochen haben, einander zuwenden und kurz reflektieren: Wie war das Sprechen ohne Sichtkontakt? Wie das Zuhören?


Tipp: Die Frage entscheidet alles. Lieber Zeit in eine gute, mehrschichtige Frage stecken als zwei oberflächliche stellen.

⏱ 10–15 Min · 👥 Paare · 📍 Präsenz · 🔧 Zwei Stühle Rücken an Rücken


Cool-Down und Reflexion: 3 Warm-ups für den Workshop-Abschluss


Cool-Downs werden oft vergessen – und sind genau deshalb der Hebel mit dem besten Verhältnis aus Aufwand und Wirkung. Diese Warm-ups für den Workshop-Abschluss markieren den Übergang vom Workshop zurück in den Alltag, machen Erkenntnisse besprechbar und sichern den Transfer. Zehn Minuten Cool-Down retten regelmäßig mehr Ergebnis als die letzte halbe Stunde Arbeitsphase.


1. Debrief Circle


Wirkung: Zwingt jede Person, das Erlebte in eigene Worte zu bringen. Was nicht ausgesprochen wird, verdampft auf dem Heimweg – was einmal gesagt wurde, bleibt eher hängen. Die Übung sichert den Transfer ohne zusätzliche Notizen.


Ablauf:

  1. Alle stellen oder setzen sich in einen Kreis.

  2. Drei Fragen vorgeben, die jede Person reihum kurz beantwortet:

    • Was nehme ich aus dem Workshop mit?

    • Was hat mich überrascht?

    • Was werde ich am Montag konkret anders machen?

  3. Pro Frage und Person 30–60 Sekunden, ohne Diskussion oder Rückfragen aus der Gruppe.

  4. Wenn alle einmal durch sind, kurzes Schlusswort der Moderation – die Übung selbst spricht für sich.


Tipp: Online funktioniert die Übung gut, wenn die Reihenfolge vorab festgelegt wird (alphabetisch, im Kreis durch die Galerieansicht). Sonst entsteht Wartezeit.

⏱ 10–20 Min · 👥 6–20 · 📍 Beides · 🔧 Keins


2. Brief an mich


Wirkung: Verlängert die Wirkung des Workshops über das Workshop-Ende hinaus. Der Brief kommt zwei bis vier Wochen später an, in einem Moment, in dem der Alltag den Workshop schon fast überschrieben hat – und holt die Vorsätze noch einmal zurück.


Ablauf:

  1. Stift, Papier und Briefumschlag austeilen.

  2. Aufgabe erklären: Brief an sich selbst schreiben. Was will ich nicht vergessen? Was nehme ich mir vor? Was, wenn ich es nicht tue, will ich mir gesagt haben?

  3. 10 Minuten Schreibzeit ohne Unterbrechung.

  4. Brief in den Umschlag, eigene Adresse drauf, Marke drauf.

  5. Briefe einsammeln. Zwei bis vier Wochen später durch die Workshop-Leitung verschicken.


Tipp: Ohne Verschickungs-Zusage geht der Hebel verloren. Wenn das Versprechen einmal gemacht ist, muss es eingehalten werden – ggf. Erinnerung in den Kalender setzen.

⏱ 10–15 Min · 👥 Beliebig · 📍 Beides (online: digitaler Brief mit Versanddatum, z. B. via FutureMe oder eigener Mail) · 🔧 Papier, Umschläge, Briefmarken


3. Tschüss-Rakete


Wirkung: Gibt dem Workshop einen körperlichen, eindeutigen Endpunkt. Reines Verabschieden franst aus – ein gemeinsamer Countdown markiert Abschluss und löst die Gruppenenergie sauber auf.


Ablauf:

  1. Alle stellen sich im Kreis auf, Hände nach unten.

  2. Ansage: „Wir starten gleich eine Rakete. Ich zähle von 5 auf 0, dabei werden wir gemeinsam lauter. Bei 0 schießen die Hände nach oben mit einem lauten ‚Tschüüüss!'"

  3. Countdown beginnen, dabei selbst sichtbar lauter werden.

  4. Bei 0 mit der Gruppe synchron Hände hoch, lauter Ruf.

  5. Sofort danach kurze Verabschiedung – nicht weiterreden, der körperliche Schluss trägt.


Tipp: Funktioniert bei eher zurückhaltenden Gruppen besser, wenn die Moderation den ersten Versuch demonstrativ überzieht. Niemand bleibt dann gerne leise.

⏱ 1 Min · 👥 Beliebig · 📍 Präsenz · 🔧 Keins


Häufige Fragen zu Warm-ups in Workshops und Seminaren (FAQ)


Was ist der Unterschied zwischen Warm-up, Icebreaker und Energizer? Warm-up ist der Oberbegriff für jede Übung, die eine Gruppe auf die nächste Phase vorbereitet. Icebreaker sind eine Unterkategorie speziell für Kennenlernen und Ankommen am Workshop-Beginn. Energizer sind eine andere Unterkategorie, die Energie ins System bringen sollen – körperlich, laut, aktivierend. Jeder Icebreaker und jeder Energizer ist ein Warm-up, aber nicht jedes Warm-up ist ein Icebreaker oder Energizer.


Wie lange sollte ein Warm-up im Workshop dauern? Faustregel: 5 bis 20 Minuten. Kürzer als 5 Minuten bleibt die Wirkung aus, länger als 20 kannibalisiert die Hauptphase. Für kurze Meetings (30–60 Min) reichen 3–5 Minuten. Für ganztägige Workshops sind 15–25 Minuten zu Beginn realistisch und zahlen sich über den Tag zurück. Der gesamte Warm-up-Anteil sollte unter 10 Prozent der Workshop-Zeit liegen.


Welche Warm-ups eignen sich für Erwachsene? Bei Warm-up-Spielen für Erwachsene ist die Auswahl entscheidender als bei Jugendgruppen. Funktionieren verlässlich: Wertschätzungskreis, Zwei Wahrheiten eine Lüge, Konsens-Countdown, Ja und (statt Ja aber), 30 Circles, Debrief Circle. Vermeiden: stark kindisch wirkende Bewegungsspiele ohne Rahmung, alles, was den Eindruck von Schultheater erzeugt. Gute Rahmung schlägt jedes Spiel.


Welche Warm-up-Spiele für Gruppen erwachsener Teilnehmender funktionieren auch in großen Gruppen? Ab 20 Personen brauchst du Übungen, die nicht in serieller Reihe ablaufen, sondern parallel. Bewährt: Line Up, Bingo, Alle die…, Obstsalat, Touch Something Blue, Mingle-Übungen wie 3 Hashtags. Bei mehr als 30 Personen empfiehlt sich, in Kleingruppen aufzuteilen und nur am Ende kurz im Plenum zusammenzufassen.


Welche Warm-ups eignen sich für Teamsitzungen und Meetings (Präsenz)? Für Warm-ups in Teamsitzungen und Präsenz-Meetings sind kurze, niedrigschwellige Übungen ideal: Check-in mit einem Wort, Ein-Minuten-Ankommen, Stimmungsbarometer, Wertschätzungskreis (Kurzform). Drei bis fünf Minuten reichen, mehr stört den Sitzungsfluss.


Welche kurzen Warm-up-Spiele gibt es, wenn nur wenig Zeit ist? Unter fünf Minuten funktionieren: Ein-Wort-Check-in, Tschüss-Rakete (1 Min), Minute to arrive (1–2 Min), Konsens-Countdown (5 Min), Touch Something Blue (3 Min), Stimmungsbarometer (3 Min). Diese kurzen Warm-ups ersetzen kein vollwertiges Aufwärmen, machen aber bei knapper Zeit den Unterschied zwischen „Gruppe kommt an" und „Gruppe rutscht hinein".


Welche Warm-ups eignen sich für die Erwachsenenbildung und Pädagogik? Warm-up-Übungen für die Pädagogik müssen klar, fair und transparent sein. Funktionieren in Trainings, Schulungen und Erwachsenenbildung: Wertschätzungskreis, Hashtag, Pantomimisches Vorstellen, Zwei Wahrheiten eine Lüge, Stop & Go, 30 Circles, Brief an mich. Mehr Rahmung ist hier wichtiger als bei Workshops mit Berufstätigen.


Was, wenn die Gruppe sich schon kennt? Dann sind Kennenlern-Übungen überflüssig, Warm-ups bleiben aber sinnvoll. Die Aufgabe verschiebt sich von „wir lernen uns kennen" zu „wir kommen aus dem Alltag im Workshop an". Ein Check-in mit einer nicht-trivialen Frage („Was würdest du gerne endlich loswerden?") ersetzt den Icebreaker. Energizer und Fokus-Warm-ups funktionieren weiterhin uneingeschränkt.


Welche Warm-ups funktionieren auf Zoom, Teams oder Miro? Alle Online-Warm-ups, die ohne körperliche Nähe auskommen und über Kamera, Chat oder Whiteboard spielbar sind: Check-ins, Zwei Wahrheiten eine Lüge, 30 Circles, Ein-Wort-Geschichte, Collage „Wer bist du?", Wo ist…?, Stop & Go, Wäre es nicht toll, wenn…. Körperliche Bewegungsspiele und Übungen mit direkter Partnerinteraktion fallen online weg.


Muss ich Material für Warm-ups vorbereiten? Für etwa die Hälfte der Warm-ups in dieser Sammlung reicht „kein Material". Bau-Challenges (Spaghetti-Turm, Egg-Fall, Papierflieger-Rennen) brauchen konkrete Materialien. Die Workshop-Boxen im TfT-Shop enthalten genau diese Warm-up-Materialien vorkonfektioniert.


Was tun, wenn ein Warm-up gegen die Wand läuft? Kurz reflektieren – eine Übung pro Workshop kann scheitern, das ist nicht dramatisch. Wichtiger ist die Frage, ob die Auswahl zur Gruppe passte. Bei wiederholtem Scheitern hilft, Warm-ups mit niedrigerer Exposition zu wählen und mehr Rahmung zu geben.


Quellen und weiterführende Warm-up-Sammlungen


Warm-ups sind über Jahrzehnte in der Workshop-Community entstanden – die meisten Grundübungen zirkulieren in unterschiedlichen Varianten. Diese Warm-up-Sammlung ist eine eigenständig formulierte Übersicht und schöpft aus folgenden Materialien als Inspiration:

  • Pauline Tonhauser, 66+1 Warm-ups (Design Thinking Coach) – umfassende deutschsprachige Sammlung mit detaillierten Anleitungen.

  • HPI Academy, Warm-Up-Set – Klassiker aus dem Hasso-Plattner-Institut, 34 Übungen als Karten zum Ausdrucken.

  • iit / Zoé Wekwerth, Anleitungen Warm-ups (2021) – Präsenz- und Online-Varianten im direkten Vergleich.

  • Jana Fuchs (ehemals HPI Academy) im impulse-Magazin – insbesondere zum Umgang mit Widerstand in Gruppen.

  • Tom Wujec, „Build a Tower, Build a Team" (TED) – die ursprüngliche Analyse der Marshmallow Challenge.


Wenn du tiefer einsteigen willst: Workshop-Methoden, Material und Akademie


Einen ganzen Design-Thinking-Workshop selbst moderieren.Design-Thinking-Workshop-Crashkurs auf Tools for Tomorrow – Schritt-für-Schritt-Anleitung, Agenda-Vorlagen, Facilitator-Guide.


Workshop-Handwerk und Moderation systematisch lernen.Zukunftsakademie – Ausbildung zur Moderator:in, von der Auftragsklärung bis zur Begleitung komplexer Innovationsprozesse, inklusive Warm-up-Repertoire für Profis.


Material für deinen nächsten Workshop bestellen.Makerbox im TfT-Shop – Werkzeugkoffer mit Bau-Material für Spaghetti-Turm, Egg-Fall, Papierflieger-Challenges und vielen weiteren Warm-ups aus dieser Sammlung.


Wöchentliche Workshop-Methoden, Tools und Warm-ups direkt ins Postfach.Simons Zukunftshacks abonnieren – kuratierte Werkzeuge für alle, die Workshops moderieren, Innovationsprozesse begleiten und Zukunft gestalten statt abwarten.


Feedback, Ergänzungen oder eigene Lieblings-Warm-ups für Workshops? → hey@tomorrow.tools

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